Pflanzenfamilie:
Kürbisgewächse = Cucurbitaceae

Volkstümliche Namen:
Kürwes, Kerwes, Kerbs, Plumpers, Plutzer

Vorkommen:
stammt aus Amerika, heute in Europa kultiviert

Inhaltsstoffe:
Proteine, Globulin, Lecithin, Rohrzucker, Fettes Öl, Linolsäure, Phytosterin, Edestin, Phytin, Harz, Enzyme, Diastase, Urease, Emulsin, Salizylsäure, Spurenelemente, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Natron, Vitamine

Blütezeit:
Juni bis August

Erntezeit:
September bis Dezember

Verwendete Pflanzenteile:
Samen, Fruchtfleisch

Wirkung:
harntreibend, entzündungshemmend, diuretisch, magenschonend, leicht abführend, verdauungsstärkend

Hauptanwendung:
Blasenschwäche, Prostatabeschwerden, Verdauungsbeschwerden

Anwendung:

Kerne:
harntreibend, Blasenschwäche, Reizblase, Miktionsbeschwerden, Harninkontinenz, Bettnässen, Prostatabeschwerden, gutartige Prostatavergrösserung, Würmer

Fruchtfleisch:
Magen schonend, Schwangerschaftserbrechen, Fettsucht, Gicht, Rheuma, Herzbeschwerden, Leberschwäche, Nierenschwäche, Verstopfung

Nebenwirkung:
Es sind keine Nebenwirkungen bekannt, lediglich seltene allergische Reaktionen bei überempfindlichen Personen können durch den Kürbis ausgelöst werden

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!:
selten allergische Reaktionen bei überempfindlichen Personen

Tagesdosis:
täglich maximal 3 Gramm Phytosterole
Zur Orientierung: Kürbiskernöl enthält rund 400mg Phytosterole pro 100ml
bei morgens und abends bei jeweils 1 bis 2 Esslöffeln Kürbissamen diese Dosis entspricht etwa 20 bis 40 Gramm Kürbissamen pro Tag. Um eine therapeutische Wirkung zu erzielen, sollten die Samen über Wochen oder Monate hinweg eingenommen werden

Innerlich:
als Medikament, geröstete Kürbiskerne, als Gemüse oder Suppe

Äusserlich:
in der Regel keine Anwendungsbereiche

Homöopathie:
Auch in der Homöopathie kommen Kürbissamen zum Einsatz. Homöopathische Arzneimittel auf Kürbissamen-Basis sollen beispielsweise gegen Übelkeit und Erbrechen helfen, die direkt nach den Mahlzeiten einsetzen. Schwangerschaftserbrechen, Reise- und Seekrankheit, Brechdurchfälle nach viralen oder bakteriellen Infektionen und Erbrechen nach Alkoholkonsum sollen ebenfalls durch homöopathische Zubereitungen mit Kürbissamen gelindert werden

Geschichte und Brauchtum:
Kürbisse gehören zu den ältesten Kultur- und Nahrungspflanzen der Menschheit: Seit etwa 8.000 Jahren werden verschiedene Sorten angebaut, die ältesten Kürbisfragmente in einer mexikanischen Höhle werden sogar auf ein Alter von etwa 12.000 Jahren geschätzt. Die ursprüngliche Heimat des Gartenkürbisses liegt demnach im subtropischen südlichen Nordamerika und Mittelamerika. Bei den Navajos galt der Kürbis als heilige Pflanze und der Seefahrer Christoph Kolumbus bezeichnete ihn als wichtigste Nahrungspflanze der amerikanischen Ureinwohner. Aufgrund seiner Herkunft dauerte es bis zur Entdeckung der „neuen Welt“, bis der Kürbis nach Europa kam. Die erste Erwähnung des Kürbisses als Heilpflanze findet sich im „New Kreuterbuch” des Mediziners Leonhart Fuchs aus dem Jahr 1543

Andere Anwendungen:
Kürbiskernöl (nussiger Geschmack)

Rezepte

In der Heilkunde:

Geröstete Kürbiskerne
Kürbissamen eignen sich besonders gut als gesunde Knabberei, da sie reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen sind. Entfernen Sie die Samen mit einem Esslöffel aus dem Kürbis und weichen Sie sie über Nacht in Salzwasser ein. Anschließend abgießen und gut trocknen lassen. Dann werden die Kürbissamen auf einem Backblech verteilt, mit etwas Olivenöl beträufelt und bei 200°C 20 bis 30 Minuten lang im Ofen geröstet. Währenddessen zwei- bis dreimal wenden. Auf Wunsch können die Kürbissamen vor dem Rösten mit Knoblauch, Chili oder Rosmarin gewürzt werden.

Gegen Spul- und Bandwürmer
isst man etwa 300 gr geschälte Kürbiskerne und eine Stunde später einen Esslöffel Rizinusöl, um die Würmer auszutreiben.

In der Küche:

Kürbissuppe

  • Schneide das Fruchtfleisch eines Kürbisses in handliche Stücke. Bei grossen Kürbissen reicht auch ein Teil der Frucht
  • Bedecke die Kürbisstücke in einem Topf mit Wasser
  • Bringe Wasser und Kürbis zum Kochen und lass es dann mindestens 30 Minuten köcheln
  • Füge nach Geschmack Gemüsebrühpulver und geriebene Muskatnuss ein
  • Püriere die weichgekochte Kürbissuppe mit einem Pürierstab
  • Verfeiner die Suppe mit einem Schuss Sahne
  • Streue kleingehackte Petersilie auf die in Teller oder Schalen gefüllte Suppe

Kürbisrisotto für 4 Personen
Zutaten

  • 1kg Kürbis
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 60g Butter
  • 300g Risotto- Reis
  • 2dl Weisswein
  • ca. 8dl heisse Gemüsebouillon
  • 80g Parmesan
  • Salz, Pfeffer
  • 2.5dl Rapsöl
  • 4EL Kürbiskerne

Kürbis rüsten, ca. 150 g Kürbis in sehr feine Scheiben hobeln, beiseitestellen. Restliches Kürbisfleisch in kleine Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein hacken.

Zwiebel, Knoblauch und Kürbiswürfel in der Butter andünsten. Reis beigeben und mitdünsten, bis er glasig wird. Mit Wein ablöschen und einkochen lassen. Etwas heisse Bouillon dazugiessen und erneut einkochen lassen. Unter Rühren nach und nach gesamte Bouillon dazugiessen. Ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis sämig ist, aber noch etwas Biss hat. Die Hälfte des Käses darunterrühren. Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Öl in einer hohen Pfanne auf ca. 170 °C erhitzen. Beiseite gestellte Kürbisscheiben und Kürbiskerne portionenweise darin ca. 1 Minute frittieren. Mit einer Schaumkelle herausheben und auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Risotto mit Kürbischips und Kürbiskernen anrichten. Restlichen Käse dazu servieren.

Zubereitung ca. 45 Min.