Pflanzenfamilie:
Rosaceae = Rosengewächse

Volkstümliche Namen:
Heckenrose, Wildrose, Zaunrose, Weinrose, Apfelrose, Hundsrose, Hägen, Hiffen, Hetscherl, Hagebutzen, Häzlidorn, Hainbutten, Buttelrose, Frauenrose und Rosenäpfel

Vorkommen:
wächst in Europa und Asien in Hecken, Gebüschen und Böschungen

Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Flavanoide, Fruchtsäuren, Vitamin B-Komplex, Vitamin E, ätherische Öle, Pektine, Gerbstoffe , Kieselsäure, Mineralstoffe

Blütezeit:
Juli/ August

Erntezeit:
Herbst

Verwendete Pflanzenteile:
Schalen der Hagebutte; Kerne, komplette Hagebutte

Wirkung:
Immunsystem modulierend, antivital , krampflösend, harntreibend, blutreinigend, entzündungshemmend

Hauptanwendung:
Erkältungen, Verdauungsstörungen, Rheuma

Anwendung:
erhöhter Vitamin C-Bedarf, Frühjahrsmüdigkeit, Stärkung des Immunsystems, leicht harntreibend, Rheumatische Beschwerden, Arthrose, Arthritis, Knochengewebe verbessernd, Blasenleiden

Nebenwirkung:
in seltenen Fällen Magen-Darmbeschwerden auslösen, vor allem bei sehr hohen Dosierungen (45 g)

Wechselwirkungen:
Wechselwirkungen sind nicht untersucht, erscheinen aber bei den üblich verwendeten Mengen an Fruchtpulver eher als unwahrscheinlich

Achtung!:
Wer bereits festgestellt hat, dass er auf andere Rosengewächse wie Quitte, Erdbeere, Äpfel oder Birne eine allergische Reaktion zeigt, sollte beim Genuss von Hagebuttenprodukten vorsichtig sein. Dies gilt ebenfalls für Personen mit Birkenpollenallergie, eine Kreuzreaktion auf Hagebutten ist möglich.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Dosis, die in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind, nicht überschritten werden, denn es fehlen Daten zur Sicherheit.

Tagesdosis:
Als reines Genussmittel darf Hagebuttentee konsumiert werden, wann immer einem danach ist. Bei Teekuren, die von drei Tassen Tee am Tag ausgehen, sollte eine Anwendungsdauer von zwei bis drei Wochen nicht überschritten werden

Innerlich als Tee: Bis 2 TL Droge in einer Tasse mit 200 ml heißes auffüllen und 10- 15Minuten ziehen lassen

100g frische Hagebutten enthalten 400-5.000mg Vit. C

Äusserlich als Tee:
in Form von Aufgüssen, Umschlägen und als Wickel gegen die Entzündungen der Gelenke und Arthrose

Hagenbuttenöl:
Aus den selektierten Kernen der Hagebutte wird ein hochwertiges Öl hergestellt, das die Reduktion von Hautfalten wie auch die von Narben unterstützt. Es regt die Feuchtigkeitsproduktion der Haut an, reguliert die Talgdrüsenfunktion und ist für das Abheilen von Aknewunden behilflich.

Geschichte und Brauchtum:
Die Wissenschaft geht davon aus, dass es Rosengewächse bereits seit der Oberen Kreide gibt. In späthneolithen Pfahlbauten wurden Samenkerne der Hagebutten in einer Menge gefunden, die vermuten lässt, dass die Früchte der Hundsrose bewusst gesammelt wurden. Auch von den Kelten ist bekannt, dass sie Hagebutten sowohl als Heilkraut als auch als Ritualpflanze schätzten.
Hippokrates verschrieb die Hagebutte als Mittel gegen Entzündungen. Ab dem Mittelalter ist die Hagebutte als kosmetisches Mittel benannt. Hildegard von Bingen sah gleichfalls die heilsamen Kräfte der Hundsrosenfrucht. Sie empfahl das Mus gegen Magenleiden. Die Kräuterpfarrer Kneipp und Künzle kannten Aufgüsse aus der Frucht ebenso wie den “Kernlestee”, er wurde von ihnen gegen Blasen- und Nierenleiden, gegen Gallensteine und Rheuma verordnet.
Nicht nur bei den Kelten wurde die Hundsrose als heilige Pflanze geschätzt. Auch die griechische Mythologie sieht eine Verbindung zu den Göttern. So besagen die Aufzeichnungen, dass Aphrodite, die Göttin der Liebe und Schönheit, ihr bezauberndes Aussehen der Hagebutte zu verdanken habe.
Im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein waren Bräuche bekannt, deren wichtiger Bestandteil ebenfalls die Hagebutte war. An Weihnachten und zu Neujahr gegessene Hagebutten sollten Unheil abwenden. Fenster und Türen, auch Ställe, wurden mit Rosenzweigen und -kränzen geschmückt, damit Krankheit und böse Geister fernbleiben. Menschen mit Hautleiden sahen in Rosensträuchern eine Heilerin, sie krochen hindurch und murmelten dabei Sprüche, die den Gebrechen abhelfen sollten.
Auch in den Kirchenbräuchen haben Hundsrose und Hagebutten ihren festen Platz. Auf Muttergottesbildern sind sie neben Maria zu sehen. Die Pflanze steht für die unbefleckte Empfängnis und für Enthaltsamkeit. Eine Verbindung zwischen christlichem Fest und landwirtschaftlichem Lostag kannte man in Unterfranken. Blühte die Hundsrose vor Maria Himmelfahrt üppig, wurde eine gute Weinernte erwartet.

Andere Anwendungen:
In der Homöopathie und der Kosmetik werden die frischen Rosenblätter verwendet. Die Gallrosen, auch Galläpfel die sich durch den Stich der Gallrosenwespe an den Hundsrosen bilden können, werden ebenfalls in der Volksheilkunde genutzt, indem man sich ihre adstringierende Wirkung zu Nutzen macht

Als Bachblüte "Wild Rose" steht die Heckenrose für die Hoffnung und Lebensfreude

Rezepte

In der Heilkunde:

Teufelskralle und Hagebutte
Auf die Afrikanische Teufelskralle Harpagophytum procumbens setzt vor allem der Personenkreis, der von Gelenksproblemen, von Arthritis und Arthrose geplagt wird. In kombinierten Zubereitungen können sich die Wirkungen dieser beiden Heilpflanzen ergänzen

Brennnessel-Hagebutte-Kur
Eine der bekanntesten Frühjahrskuren zum Entwässern und zur Anregung des Stoffwechsels ist die mit Brennnesseltee. Hagebutte bessert nicht nur den Geschmack dieses Tees auf, sondern gilt ebenfalls als entwässernd, das enthaltene Vitamin C ist unerlässlich, um Zellerneuerung und Stoffwechsel am Laufen zu halten

Hagebutte und Hibiskus
Selbst in Teemischungen, die abgepackt im Supermarkt zu kaufen sind, finden diese beiden Heilpflanzen zusammen. Dabei steht zwar meist der Wohlgeschmack dieser beliebten Kombination im Vordergrund. Die Eigenschaften, die diesen beiden Sorten zugeschrieben werden, ergänzen sich jedoch bestens: Hibiskus gilt als antibakteriell und schleimlösend, Hagebutte ergänzt durch den hohen Vitamin C-Gehalt den Wert als vorbeugendes und linderndes Mittel gegen Erkältungen.

Aronia mit Hagebutte
Durch ihren hohen Gehalt an Flavonoiden, an Folsäure und Vitaminen wird die Aroniabeere als wirksam gegen oxidativen Stress angesehen. Die Inhaltsstoffe der Hagebutten unterstützen die Wirkstoffe der Aronia auf sinnvolle Weise, die unter anderen, weil durch das enthaltene Vitamin C Mineralien aus der Aronia besser aufgenommen werden können.

In der Küche:

Einfaches Hagebuttenmus

Zutaten

  • Hagebutten (so viel, wie man verarbeiten will)
  • Etwas Wasser
  • Evtl. Zitronensaft (eine halbe Zitrone je Kilogramm Hagebutten)

Anleitung

  • Geben Sie die Hagebutten in einen Topf.
  • Geben Sie ein wenig Wasser hinzu, so dass der Boden des Topfes bedeckt ist.
  • Schließen Sie den Topf mit einem Deckel.
  • Bringen Sie die Hagebutten zum Kochen.
  • Lassen Sie die Hagebutten etwa 20 Minuten leicht köcheln.
  • Geben Sie die gekochten Hagebutten in die flotte Lotte, sofern Sie eine haben und passieren Sie die Hagebutten durch (= durchdrehen).
  • Falls Sie keine flotte Lotte haben, reicht auch ein einfaches Sieb zum Passieren, aber der Passiervorgang ist dann mühsamer und dauert länger.
  • Nach dem Passieren durch die flotte Lotte sollte das entstandene Mus zusätzlich durch ein Sieb passiert werden, um es feiner zu machen.
  • Mithilfe von Zitronensaft kann man das Hagebuttenmus etwas saurer machen. Außerdem wird die Haltbarkeit verbessert, was nützlich ist, wenn man das Mus einfach im Kühlschrank aufbewahren will.

Im Kühlschrank hält sich das Hagebuttenmus einige Tage. Die Haltbarkeit hängt davon ab, wie sauber man gearbeitet hat und ob die Früchte mit Schimmelsporen in Kontakt gekommen sind.
Übrigens: das Vitamin C in den Hagebutten wird durch das leichte Kochen nur in geringem Maße zerstört. Hitze ist weniger schädlich für Vitamin C als beispielsweise lange Lagerung an der Luft.

Wenn man eine größere Menge Hagebuttenmus hergestellt hat, oder es nicht sofort verwenden will, kann man es beispielsweise einfrieren oder einkochen.

Hagebuttenmus als Brotaufstrich
Aus dem Hagebuttenmus vom obigen Rezept kann man einen leckeren Brotaufstrich machen.
Dieser Brotaufstrich ist süßer als das reine Hagebuttenmark und relativ haltbar wegen des Gelierzuckers.

Zutaten

  • 500 gr Hagebuttenmus (siehe oben)
  • Auf Wunsch: Saft einer halben Zitrone
  • 250 gr Gelierzucker 2:1
  • Für 500 gr Hagebuttenmark braucht man etwa ein Kilo frische Früchte.

Anleitung

  • Geben Sie die Zutaten in einen Topf.
  • Lassen Sie alles unter ständigem Rühren aufkochen.
  • Kochen Sie die Mischung für mindestens 4 Minuten.
  • Füllen Sie das Hagebuttenmus anschließend in ein Marmeladenglas.

Hagebuttenmarmelade
Für das folgende Marmeladenrezept muss man die Hagebutten vor dem Kochen entkernen. Diese Arbeit ist zeitraubend. Mit den Kernen sollte man vorsichtig sein, weil sie zu Juckreiz führen können, wenn sie mit der Haut in Kontakt kommen. Die Hagebutten sind nämlich auch als Juckpulver bekannt.

Zutaten

  • 500 gr Hagebutten ohne Kerne
  • 100 ml Apfelsaft
  • 300 gr Gelierzucker 2:1
  • Für 500 gr entkernte Hagebutten braucht man etwa ein Kilo frische Früchte.

Anleitung

  • Entkernen Sie die Hagebutten mit einem Messer.
  • Geben Sie die Zutaten in einen Topf.
  • Lassen Sie alles unter ständigem Rühren aufkochen.
  • Kochen Sie die Mischung für mindestens 4 Minuten.
  • Füllen Sie die Hagebuttenmarmelade anschließend in ein Marmeladenglas.

Diese Hagebuttenmarmelade enthält noch Fruchtstücke, anders als das Hagebuttenmus.