Pflanzenfamilie:
Nachtkerzengewächse = Onagraceae

Volkstümliche Namen:
Abendblume, Nachtstern, Rapontika, Sommerstern, Süsswurzel

Vorkommen:
An steinigen Stellen, Wegrändern und im Ödland. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen blüht die Nachtkerze auch in der Dunkelheit

Inhaltsstoffe:
Samen: Gamma-Linolensäure (10%)

Blätter:
Gerbstoffe

Wurzeln:
Stärke, Eiweiss, Mineralstoffe

Blütezeit:
Juni bis September

Erntezeit:
Blätter: Juni bis Oktober
Wurzel: Herbst
Samen (für die Ölgewinnung): Spätsommer und Herbst

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Wurzel, Öl

Wirkung:
adstringierend, beruhigend, stärkend

Hauptanwendung:
Magendarmbeschwerden, Hautbeschwerden, Kreislaufprobleme, Frauenbeschwerden

Anwendung:

  • Blätter:
    Durchfall, Husten, Asthma, Bluthochdruck, Gicht, Ekzem, Quetschung, Magenbeschwerden, Darmbeschwerden, Prämenstruelles Syndrom, Wechseljahrbeschwerden
  • Samen:
    Arteriosklerose, Hautprobleme, Ekzeme
  • Wurzeln:
    stärkend, Rekonvaleszenz

Nebenwirkung:
Bei der Einnahme von Nachtkerzenöl-Kapseln treten gelegentlich Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen auf; Überempfindlichkeitsreaktionen werden selten beobachtet.
Bei Überempfindlichkeit auf Nachtkerzenöl und dessen Bestandteile ist von der Einnahme abzuraten.

Wechselwirkungen:
Nachtkerzenöl fördert die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin E1, außerdem hemmt es die Produktion anderer Botenstoffe, die die Verklumpung der Blutplättchen auslösen (Thromboxane). Dadurch kann es die Blutgerinnung stören. Patienten, die Gerinnungshemmer ("Antikoagulantien") einnehmen, sollten Nachtkerzenöl nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder gar nicht einnehmen.
Theoretisch können auch bestimmte Schmerzmittel (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR), welche die Prostaglandinsynthese hemmen, die Wirkung von Nachtkerzenöl beeinflußen.

Achtung!
Schwangere, Stillende und Personen, die an Epilepsie leiden, sollte vor der Einnahme unbedingt den Arzt befragen. Auch bei Kindern sollte die innerliche Anwendung vorher ärztlich abgeklärt werden.
Bei der äußerlichen Anwendung ist zu beachten, dass das Auftragen von Nachtkerzenöl beziehungsweise einer Salbe oder Creme, die dies enthält, nicht vor Sonnenbestrahlung geschehen sollte. Hier ist die Anwendung am Abend zu empfehlen. Bei Epileptikerin sollte auch die äußerliche Anwendung mit einem Arzt abgesprochen werden
Weiterhin warnt ein Anbieter vor der Einnahme von Nachtkerzenöl bei Frauen, die an östrogenabhängiger Brustkrebserkrankung leiden

Innerlich als Tee:
Ein Tee aus den beruhigenden Blättern wird bei Magen-Darm- Erkrankungen, Husten und Bluthochdruck eingesetzt. Einen EL der Blätter mit 500 ml kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Tagesdosis beträgt drei Tassen und hat eine entkrampfende und entspannende Wirkung

Innerlich als Kapsel:
Prämenstruelles Syndrom (Dosierung: Nachtkerzenöl als Kapsel während der zweiten Zyklushälfte einnehmen), Menstruationsschmerzen, rheumatoide Polyarthritis, Cholesterin, Bluthochdruck, Neurodermatitis, trockene Haut, Akne, Husten, multiple Sklerose (ergänzende Massnahme, da es reich an Omega-3- Fettsäuren ist)

Äusserlich:
3 EL frische Nachtkerzenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 min zugedeckt ziehen lassen; abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen; den Sud für Waschungen und Wickel benutzen
Öl kann unverdünnt au die Haut aufgetragen werden

Äusserlich als Crème:
gegen Neurodermatitis, trockene Haut

Wurzelgemüse:
als Gemüse gegessen, soll es besondere Stärke verleihen und Kranken neue Kraft geben und zu ihrer Genesung beitragen

Geschichte und Brauchtum:
Die nützlichen Eigenschaften der Nachtkerzen wurden bereits von den amerikanischen Indianern bemerkt, die sie besonders für die Behandlung von Wunden und Darmkrankheiten einsetzten

Brauchtum:
Früher hiess es, ein Pfund der Nachtkerzenwurzeln Rapontika gebe soviel Kraft, wie ein Zentner Ochsenfleisch

Rezepte

In der Heilkunde:

Rezept für Hustensirup aus Nachtkerzenblüten

  • Übergießen Sie zwei Handvoll frisch gepflückte Nachtkerzenblüten mit 250 Milliliter heißem Wasser
  • Dieses darf jedoch nicht kochen
  • Lassen Sie den Sud etwa 15 Minuten lang ziehen
  • Stellen Sie in der Zwischenzeit eine Zuckerlösung her
  • Kochen Sie Wasser und Zucker im Verhältnis 1:1 auf, bis sich der Zucker gelöst hat
  • Seihen Sie den Blütensud ab und messen Sie ihn ab
  • Vermischen Sie Sud und Zuckerlösung im Verhältnis 1:1
  • Der Sirup hält sich mehrere Monate im Kühlschrank und kann auch eingefroren werden

In der Küche:

Die köstlichen, schönen Blüten und auch die Knospen können roh im Salat, auf dem Butterbrot oder über gekochte Speisen genossen werden

Die Blätter vor der Blüte ernten und wie Spinat dünsten

Die wertvollen Samen im Gebäck verarbeiten, oder im Mörser zerkleinern, oder in einer Pfeffermühle gemahlen und über Müsli und Salat streuen

Die Wurzel kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Sie schmeckt gekocht ähnlich wie Schwarzwurzel