Gänseblümchen

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteracea

Volkstümliche Namen:
Massliebchen, Margritli, Tausendschön, Geisseblüemli, Wasebürschteli, Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Mondscheinblume, Mümmeli, Regenblume

Vorkommen:
In ganz Europa heimisch, in Nordamerika und Neuseeland eingebürgert

Inhaltsstoffe:
Saponie, ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Schleim, Flavanoide, Vitamin C, Fumarsäuren

Blütezeit:
März- Oktober

Erntezeit:
März- Oktober

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter und Büten

Wirkung:
blutreinigend,blutstillend, entzündungshemmend, adstringierend, stoffwechselfördernd, schmerz- und juckreizstillend, schleimlösend, auswurffördernd, harntreibend,krampfstillend

Hauptanwendung:
Hauterkrankungen, Husten, Insektenstiche, Verdauungsbeschwerden Milchschorf, Ekzeme, Hautausschläge, unreine Haut, Wunden Insektenstiche, verschleimter Husten, Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Darmentzündung,Stoffwechselbeschwerden, Prellungen, Hämatome, Verstauchungen, Muskelzerrungen, Muskelschmerzen, Menstruationsbeschwerden, ausbleiben der Regelblutung, Gicht, Rheumatismus, Ödeme, Nierensteine, Blasensteine

Nebenwirkung:
keine bekannt

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Tagesdosis:
innerlich ca. 6g Erwachsene. Kur bis 6 Wochen möglich

Innerlich als Tee:
1 gehäufter TL in Tasse geben, mit heissem Wasser übergiessen und 5- 10 Minuten stehen lassen, abseihen. 2 - 3 Tassen tgl

Äusserlich:
Äusserlich kann man Gänseblümchen-Tee, frischer Presssaft der Blätter oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.
Mit dieser Art der Anwendung kann man die Heilung von Wunden fördern.
Gänseblümchen hilft äusserlich eingesetzt auch gegen Gliederschmerzen, unabhängig davon, ob sie rheumatischer Natur sind oder durch äusserliche stumpfe Verletzungen verursacht wurden.

Als Tinktur:
Ceres 1-2x tgl, 2-3 Tropfen

Geschichte und Brauchtum:
Das Gänseblümchen kam bereits sehr früh zu grossen Ehren, als der französische König Ludwig IX. (1214 –1270) es zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen hat.
In der Geschichte taucht das «Geiseblüemli» in verschiedenen Epochen immer wieder auf. Bei den Kelten war der Glaube verbreitet, dass der Genuss dieser Pflanze das Wachstum dämpfen würde. Eine irische Sage spricht davon, dass eine böse Fee dem Kinde des Königs Gänseblümchen verabreichte, damit es nie erwachsen wurde.
Bekannt ist auch der Glaube, dass das «Margritli» aus den Tränen der Augen von Maria Magdalena entstanden sei. Wie dem auch immer sei, dem Gänseblümchen wurde in verschiedenen Verordnungen des 18. Jahrhunderts auch «böse Geister» zugeschrieben. Die Bauern wurden angehalten, das Massliebchen völlig auszurotten.
Bis in die heutige Zeit hat das Gänseblümchen nichts von seinem Imbus verloren. Kinder haben das Gänseblümchen besonders gerne, wenn sie mit leuchtenden Augen, das Massliebchen in Kränzen und Zöpfen verarbeiten.

Andere Anwendungen:
„Wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag (24. Juni) mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht keine wichtige Arbeit schief.“
Gerne pflückten die jungen Frauen in früheren Zeiten die Blütenblätter des Geiseblüemlis um etwas über ihren Liebsten zu erfahren – «Er liebt mich, er liebt mich nicht, ... !»
Die ersten 3 Gänseblümchenblüten im Frühjahr mit den Zähnen abgezupft und ungekaut verschluckt, bleibt man das ganze Jahr von Zahnschmerzen verschont.

Rezepte

In der Heilkunde:

Tinktur
Um eine Gänseblümchen-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Gänseblümchen in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.
Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.
Man kann sie auch äusserlich für Einreibungen gegen Quetschungen und Verrenkungen anwenden.
Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

In der Küche:

Die Gänseblümchenblüten eignen sich vorzüglich in einen leichten Frühlingssalat, wo sie mit ihrem hohen Vitamin C Gehalt mithelfen, den Körper nach den Wintermonaten zu reinigen (blutreinigend).
Aus den Gänseblümchenknospen kann man schmackhafte Kapern gewinnen. Blütenknopsen welche mit Essig kurz aufgekocht, mit etwas Salz versehen in verschliessbare Gläser abgefüllt werden, wo sie nach wenigen Tagen wunderbare Kapern ergeben.
Gänseblümchenblüten als Beilage in eine Suppe – dies sieht nicht nur sehr gut aus, sondern schmeckt auch vorzüglich.