Pflanzenfamilie:
Brennnesselgewächse = Urticaceae

Volkstümliche Namen:
Donnernessel, Grosse Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel, Senznessel, Esselkraut

Vorkommen:
Die Brennessel ist in Mitteleuropa heimisch und kommt fast überall vor. Sie häufig ein Kulturfolger und begleitet die Menschen in ihre Dörfer und Städte.

Inhaltsstoffe

Blätter:
Nesselgift, Vitamine, Kieselsäure, Eisen, Mangan, Kalium, Kalzium, Eisen, org. Säuren, Chlorophyll und Flavanoide

Wurzeln:
Gerbstoffe, Phytosteroe, polysaccharide, Isolektine, Lignan

Brennhaare:
Histamin, Serotonin

Samen:
Vitamin E, essenzielle Fettsäuren, Phytohormone

Blütezeit:
Juli bis Herbst

Erntezeit:

Die jungen Blätter:
für Wildgemüse März bis Juni

Teekraut:
bis August

Samen:
August/ September

Wurzel:
im Oktober oder Frühjahr

Verwendete Pflanzenteile:
Kraut, Samen, Wurzel

Wirkung:

Blätter:
stoffwechselfördernd, harntreibend, harnsäureabführend, blutbildend, antirheumatisch

Wurzeln:
entzündungshemmend, krampflösend, harntreibend, abschwellend, blasentonisierend, reizmildernd, entwässernd

Samen:
vitalisierend, antiaging

Hauptanwendung:
entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Anregung des Stoffwechsels bei Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten, gegen Nierengriess, Erschöpfungszustände, leichter Blutarmut

Anwendung:
Stoffwechselfördernd, Harnwegserkrankungen, Rheumatismus, Gicht, Haarwuchsfördernd, Schuppen, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit,
Verstopfung, Durchfall, Magenschwäche, Nierenschwäche, Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden, Prostataleiden

Nebenwirkung:
keine bekannt

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!: Keine Durchspülungstherapie bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit!

Tagesdosis:
Blätter: 8-12g 6-8Monate

Wurzeln:
4-6g auch zur Langzeitanwendung geeignet

Innerlich als Tee:
Brennesseltee ist ein beliebter Tee zur Entschlackung und Anregung des Stoffwechsels. Einige Blätter mit kochend heissem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen

Äusserlich als Tee:
den Tee erkalten und über geschundene Hautpartien Wickel machen oder diese auswaschen

Als Tinktur / ätherisches Öl:
gegen Haarausfall in die Kopfhaut einmassieren

Geschichte und Brauchtum:
Schon im alten Testament wird die Brennnessel erwähnt, sie stehe auf dem Acker der Faulen. Schon im Altertum wurde die Pflanze als Heil- und Gemüsepflanze beschrieben

Andere Anwendungen:
Die Brennessel ist eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze. Vor allem als Frühjahrskur wirkt sie Wunder, indem sie all die Schlacken des Winters aus dem Körper auspült. Man kann sie als Brennnesseltee trinken, im Salat, in der Suppe und wie Spinat essen. Gut gewürzt und mit zusammen mit anderen Kräutern schmeckt das alles wunderbar und gibt frische Kräfte.
Außerdem macht sie sich getrocknet in Nieren-Blasen-Teemischungen sehr gut. Sie hilft auch gegen Rheumatismus und Gicht, weil sie die Giftstoffe aus dem Körper auspült.
Besonders mutige Rheumapatienten lassen sich mit der ganzen Pflanze schlagen, um die Reizwirkung des Brennesselgiftes auszunutzen. Bei dieser Methode sollte man jedoch vorsichtig sein, weil es auch zu Überreaktionen auf das Brennesselgift kommen kann.
Die Brennesselsamen geben Kraft und wirken gut bei Erschöpfungszuständen

Brennnessel-Jauche:
Brennnesselpflanzen in ein Fass geben, Wasser drauf und zwei bis drei Wochen gären lassen, bis sie nicht mehr schäumt. In dieser Zeit all paar Tage mal umrühren. Verdünnt mit Wasser zum Düngen oder gegen Schädlinge nutzen.

Rezepte

In der Heilkunde:

Prostataleiden
Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass auch bei Prostataleiden die Brennnessel helfen kann. Zubereitungen aus ihrer Wurzel haben nämlich eine günstige Wirkung, wenn Patienten an einer gutartigen Prostatavergrößerung leiden, die zu Beschwerden beim Wasserlassen führt.
Eine Therapie mit Extrakten der Brennnessel Wurzel bei Prostataleiden sollte selbstverständlich mit dem behandelnden Facharzt abgestimmt sein.

In der Küche:

Brennnessel-Orangen-Salat
Zutaten:

  • 2 Handvoll Brennnesselblätter
  • 1 Orange

Für das Dressing:

  • Saft von einer Orange
  • 1 Prise Salz, etwas Pfeffer
  • 1 Teelöffel Jogurt

Zubereitung:

Brennnesselblätter von den Stielen zupfen, mit einem Nudelholz überrollen, dann waschen und in Streifen schneiden. Streifen in ein Sieb geben und mit kochendem Wasser überbrühen. Orange schälen und filetieren oder in Stückchen schneiden. Abgetropfte Brennnesselstreifen und Orangen in eine Schüssel geben. Zutaten für das Dressing in einer Extraschüssel verrühren und über den Salat geben. Mit bunten Blüten garnieren.