Pflanzenfamilie:
Zwiebelgewächse = Alliaceae

Volkstümliche Namen:
Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Ramsen, Waldknoblauch, wilder Knofel, Zigeunerlauch

Vorkommen:
Der Bärlauch bevorzugt schattige Laubwälder und humusreiche Standorte. Man findet ihn häufig in Auwäldern in der Nähe von Flüssen

Inhaltsstoffe:
Allicin, Vitamin C, Ätherisches Öl: Vinylsulfid, Merkaptan, Mineralsalze, Eisen, Schleim, Zucker

Blütezeit:
Ab Mai

Erntezeit:
März bis Mai

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Wirkung:
adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, Cholesterinspiegel senkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Galle treibend, harntreibend, hautreizend,
schleimlösend, schweisstreibend, Stoffwechsel anregend, tonisierend,

Hauptanwendung:
Arteriosklerose, Frühjahrskur

Anwendung:
Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis,
Durchfall, Durchblutungsstörungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit,
Gedächtnisschwäche, Kalte Hände und Füße, Kopfschmerzen (häufige), Leistungsschwäche, Rheuma, Schlechte Wundheilung,
Verdauungsstörungen, Würmer

Nebenwirkung:
keine bekannt

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!:
Er ist leicht zu verwechseln mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose! Beide sind sehr giftig!!!

Tagesdosis:
ca. 10-15 Blätter

Innerlich als Tee:
Als Tee eignet sich der Bärlauch aus Geschmacksgründen weniger gut als andere Kräuter.
Man kann jedoch auch einen Bärlauch-Tee trinken, wenn man das unbedingt will.
Ein Bärlauch-Tee wird zubereitet wie anderer Tee auch: Mit kochendem Wasser übergiessen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.

Äusserlich:
Äußerlich als Tee oder verdünnter Tinktur wird Bärlauch vor allem gegen Hautekzeme angewendet

Als Tinktur / ätherisches Öl:
Man kann den Bärlauch auch als Tinktur gegen Arteriosklerose und indirekt gegen Bluthochdruck anwenden.

Geschichte und Brauchtum:
Der Bär galt bei alten Völkern als starkes und mächtiges Tier, kein Wunder also, dass man damals Pflanzen, in deren Namen der „Bär“ steckt, besonders zu schätzen wusste. Man glaubte sogar, durch ihren Verzehr Bärenkräfte zu entwickeln. Und so aßen schon die Kelten Bärlauch bevor sie in die Schlacht zogen

Andere Anwendungen:
Frischpflanzenpresssaft Bärlauch: Frühjahrsputz für Blut und Gefäße
Tinktur kann auch zur Unterstützung von Quecksilberausleitung eingenommen werden.

Rezepte

In der Heilkunde:

Tinktur
Um eine Bärlauch-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Bärlauch-Blätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.
Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

In der Küche:

Bärlauchpesto
Zutaten für ca. 350 g:

  • 2-3 verschliessbare Gläser, je nach Grösse
  • 100 g frischer Bärlauch
  • 50 g Mandelstifte oder Pinienkerne
  • 50 g Sbrinz, gerieben
  • knapp 1,5 dl Rapsöl
  • ½ TL Salz
  • wenig Öl zum Bedecken des Pesto

Zubereiten: ca. 20 Minuten
Gläser und Deckel heiss ausspülen und mit einem sauberen Tuch trocken reiben.
Bärlauch gründlich waschen, in der Salatschleuder gut trocken schleudern. Grob hacken und mit Mandelstiften oder Pinienkernen, Sbrinz, Öl und Salz im Cutter zu einer feinen Paste verarbeiten.
Bis 2 cm unter den Rand in die vorbereiteten Gläser füllen. Um allfällige Luftlöcher zu vermeiden, die Gläser sorgfältig einige Male auf ein gefaltetes Tuch auf der Arbeitsfläche klopfen. Freie Innenseite des Glases mit Haushaltpapier reinigen, mit Öl bis 1 cm unter den Rand auffüllen. Verschliessen.
Haltbarkeit: Im Kühlschrank ca. 3-4 Wochen

Bärlauch- Speck- Rösti
Zutaten für 4 Personen:

  • 800 g Gschwellti, geschält
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 75 g Bärlauchblätter, in Streifen geschnitten
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • Paprika
  • 100 g Speckwürfel
  • 1-2 Scheiben Raclettekäse, in Stücke geschnitten

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Gschwellti an der Röstiraffel in eine Schüssel raffeln. Zwiebeln und Bärlauch beifügen. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen, mischen.
Speckwürfel in der Bratpfanne anbraten. Kartoffeln dazugeben, bei kleiner Hitze 10 Minuten anbraten, ab und zu wenden. Kartoffeln zu einem Kuchen formen, 10 Minuten braten, bis sich eine braune Kruste gebildet hat.
Rösti mit Hilfe eines Tellers wenden. Raclettekäse auf der Rösti verteilen, Deckel aufsetzen und so lange weiterbraten, bis der Käse geschmolzen ist.
Rösti in Stücke schneiden und auf Tellern anrichten.