Pflanzenfamilie:
Zaubernussgewächse = Hamamelidaceae

Volkstümliche Namen:
Virginische Zaubernuss, Amerikanische Zaubernuss, Hamamelis, Hexenhasel, Hopfenhainbuche, Virginia-Zaubernuss, Wünschelrute, Zauberhasel, Zauberhaselnuss, Zaubernuss

Vorkommen:
Der Hamamelis-Strauch ist in Nordamerika heimisch. Dort wächst er vor allem an der Ostküste.
In Gärten wird Hamamelis aber auch in Europa angepflanzt.

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Catechingerbstoffe, Gerbsäure, Hamamelin, Hamamelitannin, Quercetol, Chinasäure, Kaempferol, Ellagitannin, Gallussäure, Flavonoide, Phenol, Ätherische Öle, Proanthocyanidine, Kaffeesäurederivate

Blütezeit:
Januar und Februar

Erntezeit:
Juni bis August

Verwendete Pflanzenteile:
Rinde, Blätter

Wirkung:
adstringierend, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, antiphlogistisch, sektretionshemmend, juckreizmildernd

Hauptanwendung:
Hautentzündungen

Anwendung:
Afterjucken, Analfissuren, Analekzem, Blutungen, Dammriss, Damm- schnitt, Durchfall, Ekzeme, Gebärmuttervorfall, Gebärmutterrück- bildung nach einer Geburt, Geschwollene Füsse, Hämorrhoiden, Hautjucken, Insektenstichen, Juckreiz, Kopfschuppen, Krampfadern, Mundschleimhautentzündung, Neurodermitis, Rachenentzündung, Seborrhoisches Ekzem, Trockene Haut, Unreine Haut, Venenentzündung,Verbrennungen, Verletzungen, Windeldermatitis, Wunden, Wunde Babyhaut

Nebenwirkung:
Wer einen empfindlichen Magen hat, kann auf Zaubernuss mit Übelkeit reagieren, wenn er das Heilkraut innerlich anwendet.
Äusserlich angewendet kann es in seltenen Fällen örtlich zu allergischen Reaktionen kommen

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Tagesdosis:
bei innerer Anwendung mehrmals täglich 0,1-1 g Hamamelisrinde oder -blätter in entsprechenden Zubereitungen.
Äußerlich können die Rindenzubereitungen (zum Beispiel Salben, Cremes oder mit Wasser verdünnte Umschläge) mehrmals täglich auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen bzw. aufgelegt werden. Die Dosierung richtet sich dabei nach der zu behandelnden Oberfläche.

Innerlich als Tee
Für einen Tee aus Hamamelisblättern werden 1-2 g der klein geschnittenen Blätter (1 TL entspricht etwa 0,5 g) mit siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Zur Zubereitung eines Tees aus Hamamelisrinde wird 2 g der g epulverten oder fein geschnittenen Rinde (1 TL entspricht etwa 2,5 g) mit kaltem Wasser angesetzt, 10-15 Minuten gekocht und heiß abgeseiht. Bis zu drei Tassen täglich trinken
Gegen Durchfall und andere Schleimhautentzündungen des Verdauungstraktes

Äusserlich als Tee:
den abgekühlten Tee äusserlich auf die betroffene Hautstelle auftragen oder besser noch mehrmals täglich oder über Nacht Wickel machen
Bei Entzündungen im Mund- oder Rachenraum kann mit den Aufgüssen mehrmals pro Tag gespült oder gegurgelt werden.

Hamamelis-Wasser:
(Destillat) ist bei leichten Hautverletzungen oder -reizungen (Sonnenbrand, Insektenstichen), lokalen Entzündungen der Haut und Schleimhäute und zur Behandlung von Hämorrhoiden im Anfangsstadien wirksam. Wirkt schwächer als Hamamelistinktur

Geschichte und Brauchtum:
Die Heilkraft des Hamamelis-Strauches wird schon seit langer Zeit von den Ureinwohnern Nordamerikas hoch geschätzt. Sie setzten Rinde und Blätter der Hamamelis gegen Hautleiden und Durchfall ein. Gegabelte Zweige wurden als Wünschelrute verwendet, unter anderem zum Aufspüren von Wasseradern.

Rezepte

In der Heilkunde:

Bäder
Verdünnten Hamamelistee kann man für Teilbäder verwenden.
Die entzündeten Hautpartien werden für etwa 20 Minuten in das Bad getaucht.
Zur Behandlung von Hämorrhoiden eignet sich beispielsweise ein Sitzbad.
Für entzündete Füsse bereitet man ein Hamamelis-Fussbad zu.

Tinktur
Um eine Hamamelis-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Hamamelisblätter oder Hamamelisringe in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.
Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.
Oder man wendet die Tinktur äusserlich an.
Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.