Pflanzenfamilie:
Kreuzblütler = Brassicaceae

Volkstümliche Namen:
Kren, Bauernsenf, Fleischkraut, Grä, Grien, Krien, Mährrettich, Märek, Meerrettig, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich

Vorkommen:
Ursprünglich kommt der Meerrettich aus Ost- und Südeuropa. In Mitteleuropa wird er kultiviert, kommt aber auch verwildert vor.

Inhaltsstoffe:
Vitamine (u.a. B1, B2, B6, C), ätherische Öle, Senföle, Allylsenföl, Allicin, Glucosinolate, Sinigrin, Gluconasturtiin, Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor) , Flavone, Quercetin, Kämpferol, Asparagin, Arginin, Pentosan, Alloxurbasen, organische Schwefelverbindungen, Oxydase, Schleimstoffe (Pentosan)

Blütezeit:
Mai - Juli

Erntezeit:
September bis März

Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, kann sehr lange bei tiefen Temperaturen gelagert werden

Wirkung:
Antibakteriell, schleimlösend, schweisstreibend, harntreibend, menstruationsfördernd

Hauptanwendung:
Stärkung des Immunsystems, Blasenschwäche, Verdauungsschwäche, gegen Pilze und Bakterien, Infekte der Atem- und Harnwege

Anwendung:
Appetitlosigkeit, Asthma, Angina, Blähungen, Blasen- und Nierenbeckenentzündung, Bronchitis, Erkältungen, Fieber, Gallenerkrankungen, Gicht, Grippe, Harnsteine, Husten, Insektenstiche, Keuchhusten, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, neuralgische Beschwerden, Rheuma, rheumatische Beschwerden, Schmerzen aller Art, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Vitamin C-Mangel, Zahnschmerzen

Nebenwirkung:
Der Meerrettich kann bei äußerlicher Anwendung oder bei Berührung Hautreizungen auslösen
Die innerliche Einnahme von größeren Mengen kann zu Durchfall oder Erbrechen führen
Vereinzelt kommt es sowohl bei der innerlichen als auch bei der äußerlichen Anwendung zu allergischen Reaktionen
Die ätherischen Öle, die beim Reiben der Wurzel austreten, lösen zumeist ein Tränen der Augen aus

Wechselwirkungen:
Bestimmte Abbauprodukte der Glucosinolate können beim Menschen die Bildung eines Kropfes begünstigen. Denn diese Substanzen konkurrieren mit Jod um eine Aufnahme in die Schilddrüse. Außerdem wurde eine Hemmung der Thyroxinbildung in der Schilddrüse beschrieben. Thyroxin ist das wichtigste Hormon der Schilddrüse und lebensnotwendig

Achtung!:
Nicht anwenden bei Magen- und Darmgeschwüren sowie bei entzündlichen Erkrankungen des Darms oder der Nieren
Nicht anwenden bei Kindern unter vier Jahren

Tagesdosis:
Die Menge von 5-20g sollte nicht überschritten werden

Innerlich:
Frisch geriebene Wurzel mit Milch (Verstopfung) oder Honig (Blasenentzündung und Husten) einnehmen

Äusserlich als Auflage:
Kein direkter Hautkontakt, stark reizend

Ätherisches Öl:
Das ätherische Öl verflüchtigt sich innerhalb von 15 Minuten und wird beim Reiben der Wurzel freigesetzt. Das Reiben der Meerrettichwurzel stellt bereits eine Art Therapie für die Nasennebenhöhlen dar, denn die ätherischen Öl steigen scharf auf und reizen zu Tränen und Sekretion aus den Nasenschleimhäuten. Wenn man diese Behandlung nicht braucht bzw. haben will, dann kann man eine Taucherbrille aufsetzen, um den scharfen ätherischen Ölen zu entgehen.

Geschichte und Brauchtum:
Der Meerrettich ist bereits seit der Antike als Heilpflanze und Küchengewürz bekannt. So wie heute wurde er als Gewürz zum Schärfen von Gerichten verwendet; in der Volksmedizin machte man sich damals wie heute seine reinigende und antibiotische Wirkung zunutze

Andere Anwendungen:
Gegen Insektenstiche kann man den geriebenen Meerrettich auf die betroffene Haustelle legen und leicht einreiben
Auch bei Zahnschmerzen kann man den Meerrettich an Ort und Stelle bringen und dort belassen, bis die Schärfe nachlässt


Am besten verwendet man die Meerrettich-Wurzel frisch.
Nur den Bereich der Wurzel, den man verwenden will, sollte man waschen und schälen.

Rezepte

In der Heilkunde:

Bei Verstopfung nimmt man 1/2 TL geriebenen Meerrettich in warmer Milch ein

Bei Blasenentzündung und Husten die frische Wurzel fein reiben und mit der gleichen Menge Honig versetzen (man kann auch Zucker verwenden). Davon nimmt man 3 x täglich einen Teelöffel

Meerrettich-Auflagen helfen bei hartnäckigem Husten, Kopfschmerzen und neuralgischen Schmerzen, z.B. Hexenschuss oder Ischias und bei leichten Muskelschmerzen.
Leintuch auf die schmerzende Stelle legen (Husten auf Brustkorb, Kopfschmerzen in Nacken) und den frisch geriebenem Meerrettich darauf ausbreiten. Die Auflage abdecken. Nicht länger als 5 - 10 Min einwirken lassen. Der Brei soll dabei keinen Hautkontakt haben, da Hautallergien auftreten können.

In der Küche:

Im Herbst und Winter sollte man eine Meerrettich-Wurzel im Kühlschrank (in feuchte Tücher schlagen) oder Keller haben und regen Gebrauch von ihr machen.

Meerrettich- Schnitzel
Zutaten für 5 Personen

  • 5 Steaks
  • 5 EL Paniermehl oder Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 4 EL Meerrettich

Zubereitung:
Die Minutensteaks mit dem Sahne-Meerrettich einpinseln - nicht zu dünn und auf beiden Seiten. Durch das verschlagene Ei ziehen, im Paniermehl wälzen und anschließend in einer heißend Pfanne knusprig goldbraun braten. Heiß servieren.

Randen- Meerrettich Aufstrich
Zutaten

  • 250g gekochte Randen
  • 75g Sonnenblumenkerne
  • 2 EL Öl
  • 2 TL Essig
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 TL Meerrettich
  • Salz nach Bedarf
  • ev. Guarkernmehl

Zubereitung:
Die Rande klein würfeln. Sonnenblumenkerne sehr fein hacken bzw. mahlen. Nacheinander das Öl, den Zitronensaft, den Essig und den Meerrettich dazu geben und gut mixen. Dann mit Salz nach Belieben würzen. Wenn es cremiger werden soll, kann man noch einen TL Guarkernmehl untermixen.