Pflanzenfamilie:
Kardengewächse = Dipsacaceae

Volkstümliche Namen:
Igelkopf, Immerdurst, Kardätschendistel, Kämme, Kratzkopf, Krempeltestel, Raukarde, Strähl, Tuchkart, Venusbecken, Walkerdistel, Weberdistel, Weber-Karde, Wilde Karde

Vorkommen:
Die Karde ist in Europa heimisch. Sie ist keine Distel, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie, obwohl der Name "Karde" eigentlich von "Carduus" (= Distel) hergeleitet wurde.
Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, auf Überschwemmungsflächen, frischen Erdaufschüttungen, an Ufern und auf Weiden.

Inhaltsstoffe:
Scabiosid, Iridoide, Saponine

Blütezeit:
Juli bis August

Erntezeit:
Herbst und Frühjahr

Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel

Wirkung:
antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, schweisstreibend

Hauptanwendung:
gegen Borreliose

Anwendung:
Immunsystem stärkend, Verdauungsschwäche, Magenschwäche,
Gallenschwäche, Rheuma, Gicht, Ödeme, Kopfschmerzen,
Hautkrankheiten, Furunkel, Sommersprossen, Warzen, Fingerwunden

Nebenwirkung:
keine bekannt, kann innerlich eingenommen zu Durchfall führen → Dosis verringern

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Innerlich als Tee:
Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel kurz auf. Hilft gegen Borreliose, zur Stärkung der Verdauung und des Stoffwechels. Die Karde kann auch bei rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen helfen.

Äusserlich als Tee:
Äusserlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur gegen verschiedene Hautkrankheiten verwenden.
Sommersprossen sollen angeblich gebleicht werden und Warzen sollen schwinden. Auch gegen Furunkel und wunde Finger kann sie eingesetzt werden.

Als Tinktur / ätherisches Öl:
Die Tinktur wird aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt.
Die Wurzel klein schneiden und mit Alkohol (Wodka) übergiesen. Drei Wochen ziehen lassen, danach abseihen.
Von dieser Tinktur nimmt man dreimal täglich 5 - 50 Tropfen. Wolf- Dieter Storl empfiehlt als Dosis sogar drei Esslöffel dreimal täglich.
Wenn man die Tinktur nicht selber herstellen will, hat die Firma Ceres ein sehr gutes Produkt. Davon nimmt man 3x 3-6Tropfen pro Tag.

Geschichte und Brauchtum:
Früher wurden die getrockneten, stacheligen Kardenköpfe zum Karden (Kämmen) der Wolle benutzt, eine wichtige Vorbereitung vor dem Spinnen zu Garn.

Andere Anwendungen:
Borreliose
Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung.
Der Einsatzzweck der Karde gegen Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen.

Mit dem Wasser in den Blätterbecken können Wanderer ihren Durst stillen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Pflanze "Dipsacus" heisst, denn "dipsa" ist griechisch und bedeutet "Durst".

Rezepte

In der Heilkunde:

Vorbeugung gegen Borreliose:
3-10 Tropfen Tinktur oder Ceres auf einen Liter Wasser und diesen über den Tag verteilt trinken (Bei Kindern und Hunden die Dosierung entsprechend verringern: 1 – max. 3 Tropfen auf einen Liter Wasser).
Trotzdem soll der Körper nach einem Spaziergang in freier Natur auch weiterhin auf Zecken abgesucht werden.

In der Küche:

Für die Verwendung von Speisen und Gerichten ist die Wilde Karde nur von geringer Bedeutung. Gelegentlich wird die Kardenwurzel zur Herstellung von Likören verwendet. Auch gibt es einige Rezepte, bei denen Kardenpulver in Backwaren wie Brot, Kuchen und Kekse eingearbeitet wird. Dort dient es allerdings meist nicht der geschmacklichen Verfeinerung, sondern zur begleitenden Therapie bestimmter chronischer Erkrankungen.