Pflanzenfamilie:
Lamiaceae (Lippenblütler)

Volkstümliche Namen:
Rusemrein, Rosemrein, Rosemmarei, Röäslimarie, Kranzenkraut, Schossstock, Antonkraut, Brautkleid, Brautkraut, Hochzeitsbleaml, Kid, Meertau, Reslmarie, Rosmarie, Weihrauchkraut

Vorkommen:
Mittelmeergebiet

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Terpene, Thymol, Verbanol, Gerbstoff, Gerbsäure, Kampfer, Bitterstoff, Beta-Sitosterol, Flavone, Salicylate, Saponine,

Blütezeit:
April bis Juni

Erntezeit:
Zweimal Mai ( vor der Blüte) und August kräftig Triebe abschneiden

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter und Blüten

Wirkung:
adstringierend, anregend, antibakteriell, entspannend, entzündungshemmend, krampflösend, pilztötend, schmerzstillend,
tonisierend, Menstruationsbeschwerden

Hauptanwendung:
Durchblutungsfördernd, Verdauungsstörungen, Entspannung, Hautprobleme, Nervenberuhigend, Menstruationsbeschwerden

Anwendung:
Atembeschwerden, Schwäche, Erschöpfungszustände, Nervöse Unruhe, Niedriger Blutdruck, Herzschwäche, nervöse Herzbeschwerden, nervöse Kreislaufbeschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Hämorrhoiden, Durchfall, Rheuma, Gicht, Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Ischias, Nervenentzündung, schwache Menstruation, Wechseljahrs- beschwerden, Haarausfall, hartnäckige Hautausschläge,
Steigerung der Durchblutung, gegen kalte Hände und Füsse

Nebenwirkung:
niedrig dosieren bei hohem Blutdruck

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!:
Alkoholische und ätherische Rosmarinzubereitungen nicht in der Schwangerschaft einnehmen

Tagesdosis:
4-6g der Blüten und Blätter

Innerlich als Tee:
Bei Kreislaufbeschwerden mit niedrigem Blutdruck, koronare Herzkrankheit, Rekonvaleszenz und chronische Schwächezustände, bei Verdauungsproblemen
1 Teelöffel mit 150ml heissem Wasser übergiessen, 7 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 3-4 Tassen pro Tag. Nicht abends anwenden: führt zu Einschlafstörungen.

Äusserlich als Tee:
Teesud ev. abkühlen lassen und äusserlich Umschläge über betroffene Hautstelle oder Organgebiet machen

Als Tinktur / ätherisches Öl:
Bei postinfektiöser Kreislaufschwäche sowie Kreislaufkollaps: 30 Tropfen Rosmarintinktur.
Das ätherische Öl sollte man nur äusserlich verwenden, weil es sehr stark ist und innerlich eingenommen den Magen reizen könnte
Kein Öl für Schwangere und Säuglinge!
Das ätherische Öl des Rosmarins kann man zur Belebung in der Duftlampe verdampfen.

Geschichte und Brauchtum:
Seit Urzeiten verbindet man mit dem Rosmarin, Geburt und Tod; Neubeginn und Ende. Schon den Pharaonen legte man Rosmarinzeige ins Grab. Als „Weihrauch der Armen“wurde er im antiken Griechenland verbrannt. Noch heute gilt der Rosmarinzweig als Symbol der Liebe und Vergänglichkeit und wird zu Hochzeiten und Beerdigungen gerne in Kränze geflochten

Andere Anwendungen:
äusserlich als Bäder, Teilbäder.
Morgendliche Armbäder in Wasser mit ätherischem Rosmarinöl können kleine Wunder bewirken
Nervensystem
Zur Stärkung der Nerven ist Rosmarin besonders gut geeignet, auch Kopfschmerzen und Migräne können damit gelindert werden.
Dazu kann man Rosmarin innerlich einnehmen oder äusserlich anwenden und beispielsweise das verdünnte ätherische Öl auf die Stirn reiben.
Frauenbeschwerden
Rosmarin kann ausbleibende Periodenblutungen auslösen und Menstruationskrämpfe lindern.
Auch gegen Wechseljahrsbeschwerden kann Rosmarin helfen.

Rezepte

In der Heilkunde:

Rosmarin-Wein

Mit Rosmarin-Wein kann man eine stärkende Rosmarin-Kur durchführen.
Dazu setzt man 10 gr Rosmarin-Blätter mit einer Flasche leichtem Weisswein an und lässt den Wein eine Woche ziehen.
Danach Abseihen und zweimal täglich ein kleines Glas davon trinken.

Rosmarin-Tinktur

Rosmarin-Tinktur kann man zur äusserlichen Einreibung verwenden oder verdünnt als Teilbad.
Sie wirkt belebend und kann ausserdem Gelenkschmerzen und Neuralgien lindern.
Dazu eine Tasse Rosmarinblätter klein schneiden, in eine Flasche füllen und mit zB. Wodka übergiessen, Flasche verschliessen. 1 Monat, am Besten an der Sonne, stehen lassen. Abseihen und tinktur gut verschlossen und dunkel lagern

In der Küche:

Eier im Toastbrot mit Rosmarin – Butter
Zutaten:

  • 50g Butter, weich
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • ½ EL Rosmarin, fein gehackt
  • 2 Prisen Salz
  • 4 frische Eier
  • 8 Scheiben Toastbrot
  • ¼ TL Salz
  • wenig Pfeffer

Zubereitung

Rosmarinbutter:
Butter und Knoblauch schaumig rühren und mit Rosmarin und Salz würzen.

Toasts:
Alle Brotscheiben mit Rosmarinbutter bestreichen. Bei 4 Toastbrotscheiben je 1 Rondelle (ca. 7cm Durchmesser) ausstechen, Toastrahmen auf die restlichen Brotscheiben legen, gut andrücken. Toastscheiben und Rondellen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Je 1 Ei sorgfältig in die Vertiefung gleiten lassen.

Backen:
Ca. 10 min in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Eier mit Salz würzen. Rondellen dazu servieren.

Tipp:
Eier einzeln in ein Schälchen aufschlagen. So kann man Eierschalen noch entfernen und kontrollieren, ob das Eigelb ganz geblieben ist.