Pflanzenfamilie:
Rosengewächs = Rosaceae

Volkstümliche Namen:
Schlehe, Bockbeerli, Dornschleha, Effken, Hageldorn, Haferpflaume, Kietschkepflaumen, Saudorn, Schlaia, Schlechbeeri, Schliehen, Schlingenstrauch, Schlinken, Schlehdorn, Heckendorn, Schlehendorn, Schlehenbeere, Schlinggeheck, Schlechbeere

Vorkommen:
In ganz Europa an Waldrändern, in Hecken und an Feldrändern.

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Amygdalin, Emulsin, Nitritglykosid, fettes Öl, Apfelsäure, Glykoside, wenig Blausäure, Vitamin C, Flavanoid

Blütezeit:
März bis Mai

Erntezeit:
Blüten: April und Mai
Wurzelrinde: Oktober und November
Früchte: Spätherbst und Winter

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Wurzelrinde, Früchte

Wirkung:
schleimlösend, krampflösend , zusammenziehend, stärkend, reinigend, harn- und schweisstreibend, abführend

Hauptanwendung:
Verdauungsprobleme, Blasenleiden

Anwendung:
Verstopfung, Magenkrämpfe, Prostatavergrösserung, Oedeme, Husten, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Fieber

Nebenwirkung:
keine bekannt

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Tagesdosis:
Früchte: 2-4g pro Tag

Innerlich als Tee:
Einen Esslöffel getrockneter oder frischer Blüten mit 2dl 60-70 °C heißem Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Die Blüten werden einfach mitgetrunken.
Der Tee kann als mildes Abführmittel, zur Stärkung des Magens , zur Stärkung des Immunsystems, bei Hautproblemen, schleimigen Husten und gegen geschwollene Füsse helfen.
Gegen Fieber kann man die Rinde der Wurzel als Abkochung trinken. 1 Kaffeelöffel Rinde mit 2dl kaltem Wasser übergiessen und aufkochen. 5 Minuten stehen lassen, abseihen und warm trinken.

Innerlich mit Früchte:
Die Früchte, zu Mus verarbeiten, hilft gegen Verstopfung.

Frischer Saft:
Frische Saft aus den reifen Früchten hergestellt, dient als Gurgelmittel bei leichten Entzündungen des Rachen- und Halsraumes und bei Entzündung des Zahnfleisches, ist entzündungshemmend, hilft Blutungen zu stillen und kann bei Rheuma, Gelbsucht, gestörter Nierenfunktion, Harngrieß, Nierensteinen, Schließmuskelschwäche und gegen Bettnässen helfen.

Geschichte und Brauchtum:
Um Hexen und böse Geister abzuhalten wurden die Höfe und Weiden in früheren Zeiten vielfach mit einer Hecke aus Schlinggeheck umpflanzt.
Bei der Holzerei kam es immer wieder einmal vor, dass sich die Waldarbeiter durch Holzsplitter verletzten. Mit einem Umschlag, hergestellt aus einem Brei der Schlehenfrüchte, schützte man sich gegen allfällige Infektionskrankheiten.
Aus der Rinde der Schlehe soll auch ein roter Farbstoff, sowie Tinte gewonnen worden sein.
Die getrockneten Blättern waren ein Tabakersatz für die armen Taglöhner.
In Märchen und Geschichten um Zwerge, Kobolde und Gnomen spielt der Schwarzdorn bis in die heutige Zeit seine Rolle.

Rezepte

In der Heilkunde:

Schlehensaft
Schlehensaft selbst herzustellen braucht etwas Geduld, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Zubereitung:

  • Schlehen mit kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden stehen lassen
  • Beeren herausfiltern, das Wasser wieder aufkochen und noch einmal über die Schlehen geben
  • Wiederum 24 Stunden stehen lassen
  • Diesen Prozess sechs mal wiederholen, von mal zu mal wird der Aufguss dunkler und geschmackvoller
  • Zum Abschluss für eine längere Haltbarkeit nochmal aufkochen und heiß in Flaschen abfüllen

In der Küche:

Die Blüten können mit Zuckerwasser benetzt und durch Trocknen als gluschtige Nascherei für Zwischendurch verwendet werden.
Man kann sie aber auch als süssliches Gewürz, für die Herstellung allerlei Süssspeisen wie z.B. Glace oder Tee verwenden.

Schwarzdorn- Apfel- Konfiture
Zutaten:

  • 1000 g Schwarzdorn (nach dem ersten Frost ernten oder über Nacht in Tiefkühler legen)
  • 500 ml kochendes Wasser
  • 200 g Apfelstücke
  • 1000 g Gelierzucker

1 kg Schwarzdornfrüchte entstielen, spülen, gut abtropfen und in eine geeignete Schüssel geben. Mit 500 ml kochend heissem Wasser übergießen, abkühlen und die Flüssigkeit in eine Pfanne abschütten. Nochmals kurz aufwallen lassen und nochmals über die Früchte giessen. Diesen Vorgang von Neuem wiederholen, die abgekühlte Fruchtmasse durch ein Sieb aufstreichen, so das der Rückstand vollkommen trocken ist, wiegen (800 g).

Gut 200 g Apfelstücke vorbereiten:
Äpfel von der Schale befreien, vierteln, entkernen, in sehr kleine Stückchen schneiden. Mit 800 g Schwarzdornbrei, 1 kg Gelierzucker aufwallen lassen.

Einige Minuten blubbernd machen. Gelierprobe vornehmen. Noch heiß in vorbereiteten Gläsern hineingeben und mit Deckeln gut verschließen.