Pflanzenfamilie:
Labiateae = Lippenblütler

Volkstümliche Namen:
Narden, Speik, Zöpfli, Nervenkräutlein, Schwindelkraut, Flanderli, Blafendel, Spiek, Balsamblüemli, Leiwehärsbedstroh, Esepe

Vorkommen:
Lavendel ist in Südeuropa heimisch, wird aber schon lange in mitteleuropäischen Gärten kultiviert.
Der Lavendel ist ein mehrjähriger 0,5 bis 1 m hoher Halbstrauch.

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavanoide, Glykosid, Saponin

Blütezeit:
Juni bis September

Erntezeit:
Die blühenden Ähren von Juli bis August

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten

Wirkung:
antiseptisch, antibakteriell, antimykotisch, beruhigend, nervenstärkend, blähungstreibend, harntreibend, krampflösend, leicht galletreibend, entzündungswidrig, leicht einschlaffördernd

Hauptanwendung:
Nervenleiden, Wundheilung, Hautprobleme

Anwendung:
Asthma, Husten, Augenringe, Erschöpfungs- und Unruhezustände, Einschlafstörungen, funktionelle Oberbauchbeschwerden, funktionelle Kreislaufstörungen, Verbrennungen, Wasseransammlungen, kleinflächige Wunden, entzündete Wunden, Erysipel, Hautprobleme, Migräne, Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerzen, Nervosität,
Nervenschwäche, Neuralgien, Gürtelrose, Rheumatische Schmerzen, Schlaflosigkeit

Nebenwirkung:
Derzeit sind keine Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bei der Einnahme von Lavendel bekannt.

Wechselwirkungen:
Auch Gegenanzeigen liegen zur Zeit nicht vor.

Tagesdosis:
1g Blüten für Erwachsene

Als Tee:
Für den Tee oder die äusserliche Anwendung eignen sich die getrockneten Blüten. Auch in Teemischungen wird Lavendel gerne eingesetzt

Als Tinktur:
eignet sich für die innerliche und äusserliche Anwendung

Als Kräuterkissen:
In kleine Stoffkissen eingenäht, beruhigen Lavendelkissen Kleinkinder, sodass sie besser schlafen können.
Ausserdem vertreiben Lavendelkissen Kleidermotten, wenn man sie in Schränke legt

Als Badezusatz:
Im Badewasser hilft Lavendel beim Entspannen

In Crèmes und Salben:
Als Zutat in Salben wirkt Lavendel gegen Hautreizungen

Als ätherisches Öl:
Ätherisches Lavendel-Öl eignet sich für den Einsatz in der Duftlampe zur Beruhigung und Raumreinigung. Ausserdem kann man es als Badezusatz, Cremezutat und für Hautöle benutzen

Als Kräuter-Essig:
10 gr. Lavendelblüten mit 10 gr. Weingeist in 80 ml Weinessig ansetzen. Den Ansatz 5 Tage stehen lassen und die Blüten dann abfiltrieren.
Mit diesem Kräuteressig die Gliedmaßen bei rheumatischen Beschwerden und Gicht einreiben.

Geschichte und Brauchtum:
Im antiken Griechenland erkannte man die Heilkraft des Lavendels und verwendete ihn zum Beispiel bei Nierenbeschwerden, bei Insektenstichen oder bei Menstruationsbeschwerden.
Und auch im alten Rom war der Lavendel bekannt, hier als Räucherkraut in Zeremonien oder auch als heilendes Kraut bei Verwundungen. Besonders beliebt war es hier bei den einfachen Soldaten. Wenn eine Schlacht nahte, rieb man sich etwas Lavendelöl auf die Rüstung, so dass der Duft beruhigte. Der Lavendel sollte aber auch gegen böse Geister helfen: Man verstreute ihn auf dem Boden, um das Unheil der bösen Dämonen abzuwehren, gleichzeitig reinigte er aber auch die Luft und sorgte für eine wunderbare Frische.
Der Duft des Lavendels sollte auch den Teufel oder böse Hexen verjagen.
Im Mittelalter, als die Pest wütete, sollte dieser reinigende Duft die Pest fernhalten. Was so wohl zum Teil auch funktionierte: Nicht dass der Lavendel die Pest besiegte - man reinigte ja den Boden und streute dann den Lavendel aus, was zur Folge hatte, dass sich Ratten und Flöhe unwohl fühlten und so die Pest nicht weiter verbreitet wurde.

Andere Anwendungen:
Gegen Kopfläuse

Rezepte

In der Heilkunde:

Nerven- und Schlafteemischung nach Margret Madejsky

  • 40g Angelikawurzel
  • 20g Hafer grün
  • 40g Hopfenzapfen
  • 20g Kornblume blau
  • 20g Labkraut
  • 20g Lavendelblüten
  • 20g Melissenblätter
  • 20g Weissdornblätter

Alle Kräuter mischen. 2TL pro Tasse heiß überbrühen, 8 Minuten ziehen lassen. 1-2 Tassen vor dem Schlafengehen trinken.

In der Küche:

Lavendelbrot
Zutaten

  • 400 g Vollkornmehl (oder etwas mehr Weizenmehl)
  • 100 g Haferflocken
  • 1-2 TL Lavendelblüten (getrocknet, ersatzweise Lavendelessenz)
  • 1-2 EL Lavendelhonig (selber machen: Blüten im Honig einlegen und mehrere Tage ziehen lassen)
  • 25g Hefe
  • 250 g Sauerrahm
  • 1 Stück Ei
  • 1 TL Salz
  • Haferflocken (zum Bestreuen)
  • 1 Eidotter (zum Bestreichen)

Für das Lavendelbrot zuerst 80–100 ml Wasser lauwarm erhitzen, vom Herd nehmen und Hefe sowie Honig darin auflösen. Mehl aufhäufen, eine Mulde eindrücken und die Hefemischung hineingeben. Mit wenig Mehl bestreuen und den Vorteig gute 15 Minuten gehen lassen.
Inzwischen Sauerrahm Raumtemperatur annehmen lassen und die Lavendelblüten zwischen den Fingern zerreiben oder mahlen. Beides gemeinsam mit dem Ei, Salz sowie den Haferflocken unter den Vorteig mischen und zu einem glatten Teig verarbeiten. Zu einer Kugel formen und mit einem Tuch abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 30 Minuten gehen lassen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Teig nochmals zusammenschlagen und zu einem Wecken oder Laib formen. Auf das Backblech setzen, mit dem verquirlten Ei bestreichen und mit Haferflocken bestreuen. Nochmals ca. 20 Minuten gehen lassen. Währenddessen das Backrohr auf 200 °C vorheizen. Das Backpapier rund um das Brot mit etwas Wasser beträufeln oder eine kleine feuerfeste Schale mit Wasser dazustellen. Lavendelbrot hineinschieben und 30–40 Minuten knusprig backen.