Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae

Volkstümliche Namen:
Balsam, Basilge, Basilienkraut, Bienenweide, Braunsilge, Deutscher Pfeffer, Josefskräutlein, Hirnkraut, Hirtenbasilie, Königskraut, Königsbalsam, Krampfkräutel, Nelkenbasilie, Pfefferkraut, Suppenbasil

Vorkommen:
Man geht davon aus, dass das Basilikum im tropischen Vorderindien seine Wurzeln erstmals in die Erde bohrte. Bereits in den Grabkammern der alten Pyramiden wurden Basilienkränze gefunden. Im antiken Griechenland war Basilikum als heilsames und würziges Kraut sehr geschätzt. Wir Mitteleuropäer mussten bis zum 12. Jahrhundert warten, als es den Weg über die Alpen auf unsere Marktplätze fand. Heutzutage findet man Basilikum, bedingt durch die Wetterzonen, nördlich der Alpen nicht in freier Natur. Es wird hier meist in Gärten und Töpfen kultiviert.

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Basilischer Kampfer, Cineol, Estragol, Menthol, Thymol, Methylcavicol, Anethol, Kampfer, Gerbstoff, Saponine, Flavonoide, Farnesol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol,

Blütezeit:
Ab Juli

Erntezeit:
Juni bis August

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Blütenspitzen, ätherisches Öl

Wirkung:
antibakteriell,anthelmintisch (gegen Würmer), antioxidativ, antiseptisch, , appetitanregend, beruhigend, senkt Blutfette, erhöht zu niedrigen Blutdruck, nervenberuhigend, fördert Konzentrations- fähigkeit, harntreibend, Menstruations fördernd, krampflösend, tonisierend, verdauungsfördernd, darmreinigend, schleimlösend, schmerzstillend, schweisstreibend, wärmend

Hauptanwendung:
Verdauung, Frauenheilkunde, schlecht heilende Wunden

Anwendung:
Blähungen, Darminfektionen, Fieber, Magenschwäche, - krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Gicht, Blasenentzündung, Schwindelanfälle, Migräne, Wechseljahrbeschwerden, Muttermilch fördernd, reguliert Menstruationszyklus, Libido steigernd, Hautabschürfungen, Hautrisse, schlecht heilende Wunden, Insektenstiche

Nebenwirkung:
Basilikum enthält Estragol, das krebsauslösend sein kann. Allerdings müsste man täglich mehrere Kilo Basilikum essen, um die gültigen Grenzwerte dafür zu überschreiten.

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!
Verwenden Sie das Öl nicht während der Schwangerschaft oder bei Kindern unter 16 Jahren.
Basilikumöl kann empfindliche Haut reizen. Verwenden Sie es sparsam und verwenden Sie es nicht bei Lebererkrankungen. Übermäßig dosiert kann das Öl eine betäubende Wirkung haben.

Tagesdosis:
frischer Saft 10 – 15 ml täglich
Tee 5 – 6 g frische Blätter 3 – 4 mal täglich
10 g Blätter oder Paste täglich kauen
3 – 6 g trockene Blätter

Innerlich als Tee:
Eine Tasse nach jeder Mahlzeit wirkt verdauungsfördernd.
Auch das Nervensystem wird durch Basilikum gestärkt und Migräne gelindert.
In der Frauenheilkunde kann Basilkum Periodenkrämpfe lindern und unregelmässige Menstruationsblutungen regeln. Auch gegen Wechseljahrsbeschwerden kann man Basilikum verwenden, denn sein Inhaltsstoff Beta-Sitosterol ist dem Hormon Östrogen ähnlich und wirkt daher dem Hormonmangel entgegen. Stigmasterol, ein weiterer Inhaltsstoff, fördert den Eisprung, was auch zur Regulierung der Zyklen beiträgt.

Äusserlich als Tee:
Äusserlich als Waschung, Bad oder Umschlag angewandt kann Basilikum-Tee gegen schwer heilende Wunden und Hautabschürfungen helfen.

Ätherisches Öl:
hilft gegen Insektenstiche, nervöse Schlaflosigkeit und Migräne. Entweder äusserlich aufgetragen oder in der Duftlampe.

Geschichte und Brauchtum:
Der Duft frischen Basilikums lässt zwischen zwei Menschen Sympathie aufsteigen, daher wird Basilikum auch dazu verwendet, Streit in der Partnerschaft zu besänftigen. In Osteuropa galt früher der Glaube, dass ein Mann für jede Frau Liebe empfinden würde, aus deren Hand er einen Zweig Basilikum entgegengenommen hatte. Basilikum schenkt dem Menschen, der das Kraut in der Tasche trägt, Wohlstand. Basilikum wird auf Böden ausgestreut, denn dort, wo Basilikum ist, kann nichts Böses existieren. Manchmal werde kleine Mengen Basilikum in jedem Zimmer eines Hauses als Schutzmaßnahme ausgelegt. Als Geschenk zum Neueinzug bringt Basilikum Glück.

Erntetipps:
Am besten isst man Basilikum frisch, weil er dann ein herrliches Aroma hat. Dazu zupft man nicht einzelne Blätter ab, sondern man kappt die Triebspitzen. In der darunterliegenden Blattebene können sich dann nämlich die Seitentriebe entwickeln und zu zwei neuen T riebspitzen heranwachsen. Wenn man auf diese Weise konsequent erntet, werden die Pflanzen immer buschiger und entwickeln sich zu ungeahnter Üppigkeit.
Für den Wintervorrat kann man den Basilikum auch trocknen. Dazu schneidet man die Pflanzen dicht über der Erde ab. Die ganzen Pflanzen werden dann zu kleinen Bündeln zusammengebunden und an einem schattigen, aber warmen und trockenen Ort getrocknet. Wenn die Pflanzen vollständig getrocknet sind, werden sie kleingeschnitten und luftdicht aufbewahrt, damit das Aroma erhalten bleibt.
Der getrocknete Basilikum kann mit den frischen Blättern leider nicht mithalten.

Rezepte

In der Heilkunde:

Niespulver
Getrocknet und zerstossen kann man Basilikum als Unterstützung für den Geruchssinn nach chronischem Schnupfen einsetzen.

In der Küche:

Basilikum- Muffins mit Speck
Für 12 Portionen

  • 150 g Rohschinkenspeck
  • 1 grüne Peperoni
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Basilikumblätter
  • 3 EL Käse (gerieben, z.B. Emmentaler, Greyerzer)
  • 2 EL Öl
  • 150 g Magerquark
  • 80 ml Milch
  • 1 Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  • 200 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron

Für die Basilikum-Muffins mit Speck den Speck und die geschälte Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Die Peperoni waschen, entkernen und ebenfalls klein würfeln.
In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Zwiebeln sowie den Speck anbraten. Die Peperoniwürfel kurz mit rösten und alles vom Herd nehmen und beiseite stellen.
Den Backofen auf 180°C vorheizen.
Für die Muffins in einer Schüssel Ei, Milch und Magerquark miteinander gut verrühren. Salzen, pfeffern und den Käse sowie den gehackten Basilikum unterheben.
In einer anderen Schüssel die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver und Natron) vermischen. Die Quarkmasse unterrühren und die Speck-Peperonimischung in den Teig einarbeiten.
In ein Muffinblech Papierförmchen setzen und die Muffinmasse gleichmäßig auf die Förmchen verteilen. Für ca. 20 Minuten im Ofen backen.
Die Basilikum-Muffins mit Speck entweder noch heiß servieren oder abkühlen lassen.

Tipp:
Sie können die Basilikum-Muffins mit Speck natürlich variieren und anstatt dem Basilikum andere Kräuter wie Salbei oder Petersilie versuchen.