Pfefferminze

Pflanzenfamilie:
Lamiaceae = Lippenblütler

Volkstümliche Namen:
Ackerminze, Aderminze, Balsam, Edelminze, Englische Minze, Gartenminze, Katzenkraut, Peperminte, Schmeckerts, Teeminze

Vorkommen:
wächst ziemlich unkompliziert in den Hausgärten

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Enzyme, Valeriansäure

Blütezeit:
Juni bis August

Erntezeit:
im Frühsommer vor der Blüte

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Wirkung:
antibakteriell, beruhigend, blähungswidrig, entzündungswidrig, keimtötend, galletreibend, gärungswidrig, krampflösend, schmerzstillend, tonisierend, verdauungsfördernd

Hauptanwendung:
Verdauungsbeschwerden

Anwendung:
Appetitlosigkeit, Blähungen, Brechreiz, Durchfall, Erkältung, Gallenbeschwerden, Grippe, Herzschwäche, Hexenschuss, Ischias, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe, Magenschmerzen, Migräne, Mundgeruch, Nervenschmerzen, Nierenschwäche, Rheuma,
Schlaflosigkeit, Schlecht heilende Wunden, Schmerzhafte Regel, Schluckauf, Schnupfen, Übelkeit, Verdauungsschwäche, Wechseljahrsbeschwerden

Nebenwirkung:
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Einnahme von Pfefferminzpräparaten zu leichten Magenbeschwerden kommen

Wechselwirkungen:
Nach Einnahme von Pfefferminze verlieren homöopathische Globuli ihre volle Wirkung

Achtung!:
Blätter- bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Öl- nicht verwenden bei Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung oder schweren Leberschäden. In der Schwangerschaft sollte man die Pfefferminze, wie alle Minzarten, nicht verwenden, denn sie könnte eventuell Fehlgeburten auslösen.

Tagesdosis:
3-6 g Pfefferminzblätter
Inhalieren mit 3-4 Tropfen Pfefferminzöl
6-12 Tropfen Pfefferminzöl können täglich eingenommen werden

Innerlich als Tee:
Die Pfefferminze wird bevorzugt als Tee eingesetzt.
So hilft sie innerlich bei Magen- Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und den anderen oben aufgelisteten Problemen. Auch als Haustee im Alltag ist sie beliebt, weil sie so erfrischend schmeckt. In arabischen Ländern ist die Minze sogar allgegenwärtiges Nationalgetränk.

Äusserlich als Tee:
Teewaschungen bei fiebrigen Erkrankungen (nur wenn der Körper sich warm anfühlt)
Für die äußerliche Anwendung kann man den Teeaufguß für Bäder, Waschungen und Kompressen verwenden.
Gegen Kopfschmerzen kann man Stirnumschläge mit Pfefferminztee machen.

Ätherisches Öl- äusserlich:
Als ätherisches Öl kann die Pfefferminze bei Erkältungen inhaliert oder eingerieben werden.
Es ist zuerst kalt und wird später warm. Es lindert Schmerzen und löst Krämpfe, ausserdem erweitert es die Atemwege.
Rechtzeitig angewandt kann es Kopfschmerzen abschwächen.
Auch gegen Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Neuralgien

Geschichte und Brauchtum:
Die Minze war schon immer ein hochgeschätztes Kraut: Sie galt in biblischen Zeiten als Zahlungsmittel. Orientalische Herrschaften legten sie als Zeichen der Freundschaft in ihre Schriftrollen und Ägypterinnen brachten auf einem Lager aus heilsamer Minze ihre Kinder zur Welt. Die Minze wurde „Krone der Aphrodite“ genannt - Braut und Bräutigam wurden damit bekränzt.
Wahrscheinlich entstand die Minze erst im 17. Jahrhundert durch eine spontane Kreuzung aus drei verschiedenen Minzearten. Dieser „natürliche Dreifach-Bastard“ entdeckte der Biologe John Ray 1696 in einem engl. Garten und nannte ihn wegen seines scharfen Geschmacks „Peppermint“. 2004 wurde die Pfefferminze vom Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Andere Anwendungen:
Beugt Atemgeruch vor

Rezepte

In der Heilkunde:

Karminativum- Kräutertinktur
besteht aus blähungswidrigen Kräutern. Diese Tinktur kann bei akuten Blähungen stündlich und vorbeugend vor schweren Mahlzeiten eingenommen werden. Sie schmeckt würzig nach Anis und Fenchel und leicht süss. Pro Einnahme etwa 50 Tropfen.
Für Kinder ab dem Schulalter sollte man nur etwa 20 Tropfen verwenden und die Tinktur in einen Kräutertee, beispielsweise Fencheltee tropfen. Für kleinere Kinder ist sie nicht geeignet, aufgrund des Alkohol-Gehaltes.

Zutaten

  • 5 gr Fenchel
  • 3 gr Anis
  • 3 gr Kümmel
  • 3 gr Angelikawurzel
  • 3 gr Liebstöckelwurzel
  • 2 gr Pfefferminzblätter
  • 1 gr Kamillenblüten
  • 120 ml Doppelkorn 40% Vol. (oder Wodka)

Die Kräuter mit einem Mörser leicht zerstossen und danach vermischen. Ein verschliessbares Glas bis zur Hälfte mit den gemischten Kräuter füllen und mit dem Alkohol übergiessen.
Das geschlossene Glas an einem warmen Ort stellen und die Kräuter vier bis sechs Wochen ziehen lassen. Danach abseihen und die Tinktur ein eine dunkle Flasche abfüllen.

In der Küche:

Pfefferminz- Gurkensalat
frischer Salat aus der nordafrikanischen Küche

Zutaten für 4 Portionen:

  • 2 Salatgurken
  • 150ml Crème fraîche
  • 1 Hand voll frische Pfefferminze
  • ½ Zitrone, den Saft
  • 1 TL Senf mittelschafr
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Gurken schälen und in dünne Scheiben schneiden. Salzen und für 15 Minuten in den Kühlschrank geben.
Währenddessen in einer Schüssel Creme fraiche mit Zitronensaft, Senf, Salz und Pfeffer glatt rühren. Minzeblätter fein zerhacken und zur Sauce geben. Gurkenscheiben etwas ausdrücken und zur Sauce geben. Vermengen und kurz durchziehen lassen.
Kühl serviert schmeckt der frische Salat am besten.