Pflanzenfamilie:
Polygonaceae = Knöterichgewächse

Volkstümliche Namen:
Grosser Ampfer, Salatampfer, Sauergras, Sauerknöterich, Wiesen- Sauerampfer

Vorkommen:
Europa, Eurasien und Amerika in feuchten Wiesen und Gebüschen

Inhaltsstoffe:
Vitamin A, B, C und E (Tocopherol), Oxalsäure, Kaliumbioxalat, Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium), Flavonglykoside, Gerbstoff, Gerbsäure, Hyperosid, Ballaststoffe, Proteine

Blütezeit:
Mai bis August

Erntezeit:
April bis Mai

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Wirkung:
abführend, adstringierend, antibaktriell, appetitanregend, blutbildend, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, herzstärkend, schleimfördernd, verdauungsfördernd, menstruationsregulierend, tonisch

Hauptanwendung:
Frühjahrskur, Haut, Insektenstich, Verstopfung

Anwendung:
Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Husten, Insektenstiche, Kreislaufschwäche, Sonnenbrand, Fieber, Leberschwäche, Magenbeschwerden, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Durchfall, Würmer, Skorbut, Blutarmut, Frauenbeschwerden, Wunden, Hautausschläge, Pickel, Furunkel, Geschwüre, Schwellungen,

Nebenwirkung:
Obwohl Sauerampfer eine große Menge Eisen enthält, sollte bei Eisenmangel eher auf den Genuss verzichtet werden, da die in hohen Konzentrationen enthaltene Oxalsäure die Eisenaufnahme hemmt.

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!:
Beim gesunden Menschen kann der gelegentliche Verzehr in Maßen als unbedenklich angesehen werden. Schwangere und Menschen mit Blasen- und Nierensteinen, Rheuma, Gicht oder Eisenmangel sollten vor dem Verzehr ihren Arzt konsultieren.

Tagesdosis:
Maximal eine Tasse frische Blätter, gekocht etwas mehr

Innerlich als Tee:
Hierfür wird etwa 1 gehäufter Esslöffel frisches Sauerampferkraut mit 250 ml heißes, aber nicht mehr kochendem, Wasser übergoßen und für etwa 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen. Mehr als 3 Anwendungen pro Tag für etwa eine Woche wird dabei nicht empfohlen. Ein Tee aus den Samen des Sauerampfers gilt als Heilmittel für Würmer bei Kindern.

Äusserlich:
Die zerriebene Blätter oder der Pflanzensaft auf Wunden und Insektenstiche auflegen. Der Tee kann getrunken und auch äußerlich zur Behandlung von Hautkrankheiten genutzt werden. Eine weitere Form der äußerlichen Anwendung sind Umschläge mit zerdrückten Blättern.

Geschichte und Brauchtum:
Nach einer reichlichen, fetten Mahlzeit, sollen die Ägypter, die Griechen und auch die Römer den Sauerampfer für die Verdauung eingesetzt haben. Auf den langen Fahrten durch die Weltmeere wurde Sauerampfer den Seefahrern als Mittel gegen Skorbut verschrieben. Wahrscheinlich lässt sich der Name des römischen Ampfers, des Schildampfers von den schildförmigen Blättern ableiten. Diese sehen ähnlich aus wie die Schilder von Julius Cäsar’s Truppen.
In ländlichen Gegenden wurde dem Sauerampfer früher «Guggisur» gesagt. Kinder knapperten im zeitlichen Frühjahr die sauer schmeckenden Blätter, was allerdings (obwohl blutreinigend) in grösseren Mengen nicht sehr gesund war (Oxalsäure).
Einige Indianerstämme Nordamerikas buken aus zermahlenen Samen eine Art Fladen.

Andere Anwendungen:
Früher wurde Sauerampfersaft als Fleckenmittel genutzt, er hat zudem als Poliermittel für Silber gedient
Sauerampfer ist auch in einigen Fertigarzneimitteln (z.B. Sinupret) enthalten.

Rezepte

In der Heilkunde:

Kühle und heilende Paste gegen Sonnenbrand
Quark mit zerkleinerten Sauerampferblätter verrühren und für etwa fünf Minuten bei Zimmertemperatur ziehen lassen, nochmal gut verrühren und auf die betroffenen Stellen streichen. Antrocknen lassen und vorsichtig mit einem feuchten Lappen entfernen. Zur weiteren Behandlung eignen sich Johanniskrautöl oder Giersch.

In der Küche:

Omeletten mit Sauerampfer
Rezept für 4 Personen

Omeletten:

  • 250 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 5 Eier
    3 dl Wasser
  • 2 dl Ölivenöl zum Braten

Mehl und Salz in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Vertiefung formen.
Eier, Milch und Wasser in einen Massbecher geben, gut verrühren.
Die Flüssigkeit in die Vertiefung geben und mit dem Mehl vermischen bis sich ein glatter Teig ergibt.
Den Omelettenteig bei Zimmertemperatur 30 Minuten ruhen lassen.

Füllung:

  • 1 Zwiebel
  • 8 Hand voll Sauerampferblätter (nur junge, zarte Blätter)
  • 1 EL Olivenöl
  • wenig Salz und Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Sauerampferblätter waschen, die Stiele entfernen.
Die Zwiebeln im Olivenöl glasig dünsten. Den Sauerampfer tropfnass dazugeben. Etwa 1 Minute mitdünsten bis er zerfallen ist. Mit Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.
Olivenöl in beschichteter Bratpfanne erhitzen. Omelettenteig mit der Schöpfkelle hineingeben und gleichmässig verlaufen lassen. Omeletten auf mittlerer Stufe beidseitig goldgelb backen.
Sauerampfer auf die Omeletten verteilen, einrollen und sofort servieren.