Huflattich

Pflanzenfamilie:
Asterace

Volkstümliche Namen:
Teeblüemli, Zytrösli, Märzblume, Chappeler, Hufblatt, Brand-, Brustlattich, Eselschrut, Fohlenfuss, Hustenkraut, Labassen, Lehmblüml, Ohmblätter, Schwindsuchtkraut

Vorkommen:
Wächst in Europa, Nordamerika und Nordasien auf lehmigen, sandigen Böden, an Böschunen, auf Ödland, in Kies- und Lehmgruben

Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavanoide, Pyrrolizidin- Alkaloide (PA)

Blütezeit:
März bis Juni

Erntezeit:
Blüten vor der Vollblüte
Blätter April bis Juni

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten und Blätter

Wirkung:
reizmildernd, entzündungshemmend, keimhemmend, auswurffördernd

Hauptanwendung:
trockener Reizhusten, Heiserkeit, leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut

Anwendung:
Katharren der Luftwege, Husten, Heiserkeit, leichte Entzündungen

Nebenwirkung:
keine bekannt

Wechselwirkungen:
keine bekannt

Achtung!:
Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit verwenden (ausser PA freie Produkte)

Tagesdosis:
4.5 – 6g; sie darf nicht mehr als 1ug Pyrrolizidin- Alkaloide enthalten. Anwendung nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr

Innerlich als Tee:
1.5g in einer Tasse mit heissem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen. Mehre Tassen pro Tag trinken
Frischpflanzen- Presssaft (zB Schönenberger) sind PA freitag

Geschichte und Brauchtum:
Der Huflattich darf ruhig zu den ältesten Heilmittel gezählt werden. Schon Hippokrates verwendete es als Hustenmittel. Auch wurden die Blätter angezündet und den Rauch bei Husten und Schweratmigkeit eingeatmet. In Böhmen vermischte man die Blüten unter das Futter der Pferde, damit sie ein feuriges Aussehen bekämen.
Der Huflattich wird schon lange auch als Heilmittel bei Skrofulose verwendet. Ausserdem dient er nach Kneipplehrer Pumpe äusserlich zur Behandlung von Durchblutungsstörungen der Beine, Krampfadern und Unterschenkelgeschwüren. Dazu werden gequetschte Blätter in 2 bis 3 Schichten auf ein Tuch gelegt und als Wickel um das Bein gebunden.

Andere Anwendungen:
In der Kräuterkosmetik.
Der Huflattich hat einen hohen Schwefelgehalt und wirkt deshalb auf die Haut antiseptisch und klärend. Seine Anwendung mindert bei fetter Haut und leicht fettenden Haaren die Talgdrüsenproduktion.Ein starker Infus der Blätter und Blüten als Kompresse und Gesichtsdampfbad eignet sich bei unreiner, entzündeter und grossporiger Haut.
Bei geschwollenen Augen sollen Auflagen von frischen gequetschten Blüten helfen.
Bei Schuppen und fetten Haar haben sich Spülungen aus Huflattichblüten bewährt.

Rezepte

In der Heilkunde:

Gesichtswasser für fleckige Haut
Huflattichblüten und -blätter
Erdrauchkraut zu gleichen Teilen mischen.
Eine Hand voll mit 1/2l kochendem Wasser übergiessen. Zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen. Abseihen und öfters als Gesichtswasser verwenden.

In der Küche:

Huflattichblätter sind eine mineralreiche Gemüsebeigabe und können entweder gedünstet als Gemüse verwendet und in Suppen oder in Kartoffelbrei beigemischt werden.