Anis

Pflanzenfamilie:
Doldenblütler = Apiaceae

Volkstümliche Namen:
Anisch, Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel

Vorkommen:
Der Anis stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In unseren Breiten ist er nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau zu finden. Wilde Pflanzen sind sehr selten.

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Anethol, Isoanethol, Ansiketon, Anissäure, Acetaldehyd, Acetylcholin, Azulen, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Eugenol, Kaffeesäure, Cumarine, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C

Blütezeit:
Juni bis September

Erntezeit:
Frühherbst

Verwendete Pflanzenteile:
Füchte

Wirkung:
antibakteriell, entspannend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend

Hauptanwendung:
Bronchitis, Verdauungsstörungen, Blähungen, Koliken

Anwendung:
Abgeschlagenheit, Aphrodisiakum, Appetitlosigkeit, Asthma,
Blähungen, Bronchitis, Erbrechen, Halsinfektionen, Insektenstiche,
Kopfschmerzen, Milchbildung, Magenkrämpfe, Pfeiffersches Drüsenfieber, Reizhusten, Schlaflosigkeit, Schluckbeschwerden,
trockener Husten, Verdauungsschwäche

Nebenwirkung:
Allergische Hautreaktionen, auch der Schleimhäute

Achtung!:
Nicht anwenden in der Schwangerschaft oder bei bekannter Allergie gegen Anis oder Anethole
Auf keinen Fall sollte man Anisöl unverdünnt innerlich anwenden oder in die Augen bringen. Ätherische Öle dürfen nicht bei Säuglingen eingesetzt werden.

Tagesdosis:
4 Gramm (Erwachsene und Kinder über 6 Jahre), 2 Gramm (Kinder zwischen 2-6 Jahren), 1 Gramm (Kinder bis 2 Jahre),

Innerlich als Tee:
Früchte im Mörser zerquetschen und in eine Tasse geben, mit heissem Wasser übergiessen und rund 10 Min ziehen lassen, nach Bedarf 2-3 Tassen tgl trinken
Anis ist Bestandteil vieler Teemischungen, weil er nicht nur eine ausgeprägte Wirkung gegen viele Beschwerden hat, Anis wertet langweilige Kräutermischungen geschmacklich auf.
Anis findet sich in einigen Tee-Mischungen gegen Fieber, z.B. in Kombination mit Weidenrinde.
Der Stilltee, den junge Mütter zu Beginn der Stillzeit trinken sollten, besteht aus Anis, Kümmel und Fenchel. Der Tee entfaltet seine Wirkung indirekt über die Muttermilch und wirkt gegen Blähungen des Babys. Gleichzeitig regt dieser Tee die Milchbildung an.
Stillenden Müttern hilft auch reiner Anistee bei der Milchbildung, hier nimmt der Säugling ebenfalls die Inhaltsstoffe gegen Blähungen über die Muttermilch auf. Die milchbildende Wirkung beruht auf der östrogenen Wirkung des Anisöls.
Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild und dadurch auch bei Kindern sehr geeignet.

Als Ätherisches Öl:
as ätherische Öl des Anis wird nach der Einnahme über die Lunge ausgeschieden und wirkt dadurch durch die Lungenbläschen und Bronchien von innen.
Auch die Verdauungsvorgänge werden auf milde Weise angeregt. Blähungen lösen sich durch die krampflösende Wirkung in Wohlgefallen auf.
Das ätherische Anisöl kann man, verdünnt mit fetten Ölen oder als Salbe, zu Einreibungen verwenden. So hilft es bei Brusteinreibungen gegen Husten und bei Baucheinreibungen gegen Blähungen und Magen- und Darmkrämpfe.
Für Inhalation mit Anisöl nimmt man heißes Wasser und etwa 5 Tropfen Anisöl, die Dämpfe atmet man etwa 10 Minuten ein. Lindert die Beschwerden bei Erkältungen.

Geschichte und Brauchtum:
Anis ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze, die den Menschen schon seit vielen Jahrtausenden begleitet. Anis wurde den Göttern geopfert und ist Bestandteil vieler festlicher Gerichte.
Hexen empfahlen getrocknete Anispflanzen gegen schlechte Träume.
Taubenzüchter nutzten das Öl um die jungen Tauben an ihren Schlag zu binden und noch heute wird Anis den jungen Tauben dem Futter beigemischt.
Im Herbst und Winter haben die Frauen ihren Männern anishaltige Nahrung und Getränke zubereitet, damit der müde Mann wieder munter wurde.
Absinth/ Ouzo Anis ist eine sehr alte Heil- und Gewürzpflanze.

Rezepte

In der Heilkunde:

Blähungs-Teemischung
Zutaten:

  • 40 gr Anis-Früchte (=Samen)
  • 40 gr Fenchel-Früchte (=Samen)
  • 20 gr Kamillen-Blüten

Zubereitung:

Einen Esslöffel Teemischung pro Tasse mit heissem Wasser übergiessen, 10-15 Minuten ziehen lassen, abfiltern und in kleinen Schlucken trinken.

In der Küche:

Anis-Zitronenkuchen
Für ein Kuchenblech mit 26 cm Durchmesser

  • 50 g Butter
  • 4–5 EL Akazienhonig
  • 1 Zitrone Bio
  • 1 dl Milch
  • 120 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 50 g Griess
  • 1⁄2 TL Anis
  • 2 Eiweiss
  • wenig Olivenöl für das Kuchenblech
  • 1⁄2 TL Anis zum Bestreuen
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Akazienhonig

Die Butter in einer Pfanne schmelzen. Den Honig dazugeben, rühren bis sich der Honig mit der flüssigen Butter verbindet.
Die Schale der Zitrone raffeln. Zitrone auspressen. 2 EL Zitronensaft, Zitronenschale und Milchzur Butter geben.
1⁄2 Teelöffel Anis im Mörser leicht zerstossen. Mehl, Backpulver, Griess und zerstossenen Anis in eine Teigschüssel geben, vermischen.
Die flüssige Honigbutter dazu geben. Mit der Kelle vermischen. Den Teig mit der Kelle schlagen, bis es kleine Blasen gibt.
Die Eiweisse steif schlagen. Mit einem Teigschaber vorsichtig unter den Teig heben.
Das Kuchenblech mit wenig Olivenöl auspinseln. Den Backofen auf 180° C vorheizen
Den Teig in das Kuchenblech geben. 1⁄2 Teelöffel Anis über den Teig streuen.
Das Kuchenblech in den Ofen schieben. Bei 180° C 20 Minuten backen.
2 EL Zitronensaft und 2 EL Akazienhonig in eine Tasse geben. Gut verrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen. Mit dem Honig-Zitronensaft bepinseln.