Salbei

Pflanzenfamilie:
Lippenblütler (Lamiaceae)

Volkstümliche Namen:
Altweiberschmecken, Edelsalbei, Echter Salbei, Garten-Salbei, Gschmackblatteln, Königssalbei, Kreuzsalbei, Muskatellerkraut,Sälvel, Salf, Salfat, Salser, Scharleikraut, Selve, Zaffe, Zuffen, Zupfblatteln

Vorkommen:
Der Salbei gehört zu den Kräutern, die im Mittelmeerraum heimisch sind, bei uns aber auch gut gedeihen. An der richtigen Stelle im Garten gepflanzt wuchert er über mehrere Quadratmeter.

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, d-Kampfer, Salviol, Salven, Betulin, Asparagin, Bitterstoff, Borneol, Carnosinsäure, Zineol, Flavonoide, Fumarsäure, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Ledol, Limonen, Menthol, Östrogenartige Stoffe, Oleanolsäure, Pinen, Sabinol, Salizylsäure, Saponine, Terpineol, Thujon, Thymol, Zink, Vitamine

Blütezeit:
Juni bis August

Erntezeit:
Mai oder September (vor oder nach der Blüte)

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Wirkung:
adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, tonisierend

Hauptanwendung:
Halsschmerzen und Schwitzen

Anwendung:
Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Durchfall, Ekzeme, Erkältungen, Fussschweiss, Gürtelrose, Gicht, Hauterkrankungen, Heiserkeit, hemmt die Milchsekretion, Hitzewallungen, Husten, Insektenstiche, Magenbeschwerden, Mandelentzündungen, Menstruationsbeschwerden, Mundgeruch, Mundschleimhautentzündungen, Nachtschweiss, Nervenschwäche, Rachenentzündungen, Rheuma, schlecht heilende Wunden, schmerzhaft geschwollene Brüste, starkes Schwitzen, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Wechseljahrbeschwerden, Wunden, Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen

Nebenwirkung:
Nebenwirkungen sind in der Regel nur bei Überdosierung oder längerem Gebrauch zu befürchten. Das in den Salbeiblättern enthaltene Thujon kann zu Symptomen wie Hitzegefühl, Schwindel, Kopfschmerzen, erhöhter Herzfrequenz oder Krämpfen führen. Bei äußerlicher Anwendung oder Einnahme wässriger Zubereitungen wie dem Tee ist jedoch nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen, da hier nur Spuren von Thujon enthalten sind.

Wechselwirkungen:
mit anderen Mitteln sind derzeit nicht bekannt.
Achtung!: Das ätherische Salbeiöl kann bei entsprechend empfindlichen Menschen epileptische Anfälle auslösen! In der Schwangerschaft nicht innerlich anwenden

Innerlich als Tee:
Wenige Blätter in eine Tasse geben, mit heiß Wasser übergiessen und rund 10 Min ziehen lassen, nach Bedarf 2-3 Tassen tgl trinken gegen Halsentzündungen aller Art, Husten, Heiserkeit und andere Erkältungserscheinungen. Hilft der Verdauung, stärkt den Magen, regt die Verdauungstätigkeit an, fördert den Stoffwechsel. Bei zu starkem Schwitzen hemmt Salbeitee die Schweissbildung, hilft mit seinen östrogenartigen Substanzen gegen allerlei Wechseljahrbeschwerden und in jungen Jahren gegen Mentruationsbeschwerden. Geeignet zum Abstillen

Äusserlich als Tee:
Wenige Blätter in eine Tasse geben, mit heissem Wasser übergiessen, rund 10 Min ziehen lassen, ev Blätter entfernen, abkühlen lassen als Waschungen, Spülungen und Bäder anwenden. Er hilft in dieser Form gegen schlecht heilende Wunden, Ekzeme und Geschwüre. Die Wirkung von Insektenstichen kann gemildert werden. Auch die Schwitzneigung kann man durch Salbeiwaschungen oder Bäder bremsen, beispielsweise bei Fussschweiss. Gegen Entzündungen der Mundschleimhaut und Zahnfleisch- entzündungen kann man den Mund mit Salbeitee ausspülen.

Als Tinktur:
einige Tropfen mit Wasser verdünnen und 2-3 mal tgl einnehmen oder gurgeln

Andere Anwendungen:
Gekaute Salbeiblätter helfen gegen Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch. Wenn keine Zahnpasta verfügbar ist, kann man durch Salbeikauen auch die Zähne reinigen.

Rezepte

In der Heilkunde:

Tinktur
Frische und trockene Salbeiblätter in ein verschliessbares Glas schichten. Neutraler mind. 40%iger Alkohol darüber giessen (z.B. Medizinischer Alkohol, Wodka, Obstbrand) nis die Blätter bedeckt sind. An einem sonnigen Ort für 4 Wochen ziehen lassen und das Glas öfters schütteln. Blätter entfernen und Tinktur in eine dunkle und angeschriebene Flasche abfüllen.

In der Küche:

Saltimbocca alla romana
Kochdauer 5 bis 15 min
Zutaten für 4 Portionen

  • 8 Kalbsschnitzel (á ca. 60g)
  • 100 g Butter
  • 8 Salbeiblätter
  • 8 Scheiben Prosciutto di Parma (oder anderer Rohschinken)
  • 60 ml Marsala (ital. Süßwein)
  • Salz
  • Pfeffer

 Zubereitung

Für das Saltimbocca alla romana die Kalbsschnitzel (am besten zwischen Klarsichtfolie) vorsichtig flach klopfen. Salzen und pfeffern. Nun auf jedes Schnitzel ein Salbeiblatt legen, mit Prosciutto bedecken und gut festdrücken. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Kalbsschnitzel darin etwa 2 Minuten auf jeder Seite behutsam braten. Saltimbocca auf vorgewärmten Tellern anrichten. Den Bratenfond rasch mit Marsala und etwas Wasser aufkochen und über die Saltimbocca giessen.

Beilagenempfehlung: Polenta, Reis, Teigwaren, Weißbrot, Salat