Pflanzenfamilie:
Sandelholzgewächse = Santalaceae

Volkstümliche Namen:
Affalter, Albranken, Birnäpsel, Bocksfutter, Donarbesen, Donnerbeseb, Drudenfuss, Geisskraut, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz, Hexenbesen, Hexenchrut, Hexennest, Immergrün, Kenster, Kinster, Klüster, Knisterholz, Marenstocken, Nistel, Offölterholz, Vogelchrut, Vogelleimholz, Vogelmistel, Wintergrün, Wintersamen

Vorkommen:
Die Mistel wächst in Europa und Asien auf Laub- und Nadelbäumen, besonders auf Pappeln, Apfelbäumen, Tannen und Robinien.
Misteln sind Halbschmarotzer, sie betreiben selbst Photosynthese, nutzen aber das Wasser des Wirtsbaums. Sie zerstören „ihre“ Bäume aber nicht.

Inhaltsstoffe:
Alkaloid, Asparagin, Bitterstoff, Flavanoid, Harz, Histamin, Inositol, Lektine, Oleanolsäure, Pyridin,Polysaccharide, Saponine, Schleim, Tyramin, Viscalbin, Viscin, Viscotoxin, Xanthophyll, Zink

Blütezeit:
Ende Februar

Erntezeit:
Spätherbst, Winter und Frühling

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Zweige

Wirkung:
beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, tonisierend

Hauptanwendung:
Bluthochdruck, Krebstherapie, Verdauungsfördernd, Stoffwechsel anregend, Frauenleiden

Anwendung:
Bluthochdruck, Herzschwäche, Beschleunigter Puls, Arteriosklerose, Kreislaufprobleme, Ödeme, Fieber, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Magenschwäche, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Diabetes (leichte Formen), Gallenschwäche, Nervenschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel, chron. Arthrosen, chron. Rheuma, Gelenkentzündung, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Gebärmutterschmerzen, Gebärmutterblutungen, Gebärmuttergeschwülste, Weissfluss, Epilepsie, Heuschnupfen, Nasenbluten, Stoffwechselerkrankungen, Konzentrationsstörung, Krampfadern, Ekzeme, Geschwüre, eitrige Wunden, Krebs (therapiebegleitend)

Nebenwirkung:
Bei der inneren Anwendung in Form eines Mistel-Tees sind keine Nebenwirkungen bekannt. Eine langdauernde Einnahme kann bei sensiblen Menschen zu allergischen Reaktionen führen. Bei einer Überdosierung von Mistel-Präparaten können Symptome wie Durchfall, Übelkeit, Erbbrechen und Krämpfe auftreten.

Wechselwirkungen:
Mistel kann die Wirkung herzwirksamer Medikamente oder auf das Zentralnervensystem wirkende Sedativa verstärken und potenzieren

Achtung!:
Vor allem die Beeren der Mistel sind leicht giftig. Kinder sollten vor deren Verzehr gewarnt werden.
Nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit anwenden. Mistelpräparate, wie zum Beispiel Injektionslösungen, können Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost, Herz-Kreislaufstörungen oder allergische Reaktionen auslösen.

Tagesdosis:
1-2 Tassen Tee

Innerlich als Tee:
Misteltee wird immer als Kaltauszug angesetzt. Im kalten Wasser lösen sich die schwach giftigen Stoffe (z.B. das Glykosid Viscalbin und Viscotoxin) nicht auf und daher ist der Kaltauszug der Mistel ungiftig. Auch die Heilwirkung der Mistel soll durch Erwärmen gemindert werden.
Der Tee wird in erster Linie zur Senkung des hohen Blutdrucks angewandt; er hilft auch bei Herzschwäche und Arteriosklerose.
Bei niedrigem Blutdruck kann Misteltee den Blutdruck sogar steigern, was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt. Aber da die Regulierung des Blutdrucks über eine Normalisierung des Kreislaufs und eine Stärkung des Herzens erfolgt, leuchtet es schliesslich ein, dass die Mistel sowohl gegen zu hohen als auch gegen zu niedrigen Blutdruck helfen kann.
Der Misteltee steigert auch Verdauung und Stoffwechsel, sodass sie bei Beschwerden der Verdauungsorgane und Stoffwechselstörungen eingesetzt werden kann.
Durch die Stoffwechsel-Wirkung hilft die Mistel gegen rheumatische Beschwerden.
Sie stärkt auch die Nerven und kann daher Kopfschmerzen und Schwindel lindern. Durch die Nervenstärkung kann sie auch bei Epilepsie helfen und die Anfälle seltener machen. Auch gegen die Neigung zu wiederholten Fieberkrämpfen bei Kindern soll die Mistel helfen.
In den Wechseljahren kann die Mistel die typischen Wechseljahrsbeschwerden lindern. Auch gegen Menstruationsbeschwerden hilft die Mistel und durch ihre blustillende Eigenschaft kann sie auch Gebärmutterblutungen stoppen. Das macht die Mistel zu einer wertvollen Heilpflanze nach Geburten, denn sie kann den Wochenfluss abkürzen und abschwächen.

Äusserlich als Tee:
Den Mistel-Kaltauszug kann man als Umschlag oder für Bäder äusserlich anwenden.
Er hilft gegen Krampfadern und Unterschenkelgeschwüre.
Auch Ekzeme können durch Mistelbehandlungen behandelt werden.
Mistel-Umschläge kann man auch zur Linderung rheumatischer und neuralgischer Schmerzen auflegen. Auch gegen Arthrose helfen äusserliche Mistelbehandlungen.
Gegen Heuschnupfen kann man Misteltee schnupfen.

Tinktur:
20 g zerkleinerte Misteln mit 150 ml 70 %igem Alkohol ansetzen und eine Woche an einem dunklen Ort ziehen lassen. Danach die Misteln auspressen, die Tinktur abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Dreimal täglich 20 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen

Homöopathie:
Das homöopathische Pflanzenmittel Viscum album werden von Menschen benötigt, die vom Gemüt her sehr übellaunig und depressiv sind. Ihnen fehlt es an Lebensfreude.

Geschichte und Brauchtum:
In früheren Zeiten war die Mistel eine wichtige magische Pflanze, die von den Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurde und nicht zu Boden fallen durfte, denn sonst würde sie ihre besondere Wirkung einbüssen.
Aufgrund der magischen Wichtigkeit galt die Mistel früher auch als Allheilmittel.
Zur Zeit der Wintersonnenwende und als Weihnachtsschmuck wird sie auch gerne an die Haustüren gehängt, um das Haus vor Schaden zu bewahren. Wer sich unter Misteln küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden.

Andere Anwendungen:
Mistel in der Krebsbehandlung
Zur Begleitung einer Krebstherapie und auch zu deren Nachbehandlung kann man Mistelpräparate in spezieller anthroposophisch-homöopathischer Aufbereitung anwenden.
Die Wirksamkeit dieser Mistelpräparate wurde auch durch Studien untermauert.
Der Erfolg der herkömmlichen Krebstherapie kann dadurch in vielen Fällen verbessert und Nebenwirkungen von Chemotherapie gelindert werden.
Als alleinige Behandlung gegen Krebs ist die Misteltherapie jedoch nicht zu empfehlen.

Rezepte

In der Heilkunde:

Grundrezept für Mistel-Aufguss:

  • Geben Sie einen gehäuften Teelöffel geschnittenes Mistelkraut in eine Tasse mit kaltem Wasser
  • Lassen Sie die Mischung über Nacht stehen
  • Filtern das Sie das Wasser am nächsten Tag durch ein Sieb
  • Wärmen Sie den Ansatz leicht an (nicht kochen!)
  • Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken

Rezept für Anti-Bluthochdruck-Tee
Für 2 Tassen benötigen Sie:

  • 1 TL Mistelkraut
  • 1/2 TL Weißdornblüten
  • 1/2 TL Schachtelhalmkraut
  • 1 Tasse kaltes Wasser
  • 1 Tasse kochendes Wasser

Zubereitung:
Übergießen Sie das Mistelkraut mit dem kalten Wasser und lassen Sie den Aufguss 8 Stunden ziehen. Die übrigen Kräuter geben Sie in eine Kanne und überbrühen sie mit dem kochenden Wasser. Nach 10 Minuten mischen Sie den kalten Misteltee und den Aufguss und seihen den Tee ab. Trinken Sie täglich morgens und abends je eine Tasse des warmen Getränks.

Bei verstärkter Regelblutung oder ständigem Nasenbluten, wird dem Mistelkaut mit einem Teelöffel Salbei vermischt, für acht Stunden kalt angesetzt und dann leicht erwärmt getrunken.
Achtung: Liegt der Blutung möglicherweise eine ernste Ursache zugrunde und/oder tritt keine Besserung ein, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Um gegen altersbedingte Herzschwäche anzugehen, kann die Heilpflanze mit Weißdorn und Bärlauch gemischt werden. Die Ringelblume hilft in Kombination mit der Mistel unter anderem gegen Kreislaufprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen.